ABC der Atemwege

Im unten stehenden Glossar können Sie gezielt nach Fachbegriffen aus der Lungenheilkunde suchen. 

Neu erschienen ist eine Druckversion des Lexikons unter dem Titel "ABC der Atemwege", das die Deutsche Atemwegsliga und der Lungeninformationsdienst gemeinsam entwickelt haben. Dieses Lexikon  erklärt auf 67 Seiten mehr als 450 Begriffe. In  zwei Kapiteln werden Begriffe  zur Lungenfunktion und zum Lungenkrebs gesondert erläutert. 

Gerne können Sie das Lexikon bei uns anfordern. Senden Sie eine Mail an kontakt@atemwegsliga.de oder nutzen Sie unser online-Bestellformular. Dort finden Sie das Lexikon unter Broschüren für Patienten.

⇒ Leseprobe 

Glossar

A

A/H1N1

Typ eines bestimmten Influenzavirus, auch bekannt als Schweinegrippe

A/H5N1

Typ eines bestimmten Influenzavirus, auch bekannt als Vogelgrippe

Acetylcholin

Botenstoff der Nervenzellen zu den Muskelzellen, der eine Verengung der Bronchien auslösen kann.

ACO

Asthma-COPD-Overlap: Die Betroffenen leiden an Asthma- und an COPD-Symptomen

Adhärenz

Adhärenz (engl. ad-herence für Befolgen, Festhalten) bedeutet Einhaltung der gemeinsam vom Patienten und dem medizinischen Fachpersonal (Ärzte, Pflegekräfte) gesetzten Therapieziele. Das Einhalten von Therapieplänen und  der Therapieerfolg liegen in der gemeinsamen Verantwortung von Fachleuten und dem Patienten. Alle Beteiligten sollen gleichberechtigt zusammen arbeiten.
Das bedeutet für den Patienten:

  • aktives Mitwirken am Gesundungsprozess,
  • befolgen ärztlicher Empfehlungen, wie z. B. die Einnahme von Medikamenten oder Änderungen des Lebensstils.

Für das medizinische Fachpersonal bedeutet Adhärenz:

  • die Aufklärung und Information zu den Zielen der Behandlung und über die verordneten Arzneimittel sowie
  • die Anpassung der Therapie auf die individuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse des Patienten.
Adjuvante Therapie

ergänzende oder unterstützende Therapiemaßnahme

Adrenalin

Hormon, das in den Nebennieren produziert wird. Es ist der Überträgerstoff im sympathischen Nervensystem.
Adrenalin beschleunigt u.a. die Herztätigkeit, lässt den Blutdrucks steigen, führt zur Verengung der Gefäße und zur Erweiterung der Bronchien. Es wird zur Behandlung von Schockzuständen eingesetzt.

Adrenergika

siehe Betamimetika

Aerosol

Feiner Nebel mit kleinsten Teilchen, die im Nebel schweben. Aerosole können für die Verabreichung von inhalierbaren Medikamenten werden, z.B. in Dosier-Aerosolen oder bei der Feuchtinhalation.

Aerosoltherapie

Inhalation von Medikamenten in einem Aerosol. Das Medikament gelangt auf diese Weise direkt an das Zielorgan, d.h. in die Atemwege. Der Vorteil der Inhalation eines Medikamentes im Vergleich zur Tablette oder Spritze besteht darin, dass die Substanz rasch den Wirkungsort erreicht. Darüber hinaus ist das Verhältnis von Wirkung/Dosis vorteilhafter als bei Gabe von Tabletten oder Spritzen.

AG Lungensport

Die Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland e.V. ist ein Zusammenschluss von Personen und Institutionen zur Förderung der Bewegungstherapie und des körperlichen Trainings sowie zur Etablierung gesundheitsfördernder Maßnahmen für Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten. Die Verbesserung der Belastbarkeit durch regelmäßiges körperliches Training ist neben der medikamentösen Therapie ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Behandlung. Die AG Lungensport fördert, berät und unterstützt aktiv beim Aufbau von Lungengruppen in Deutschland.
AG Lungensport in Deutschland e.V.
Raiffeisenstr. 38
33175 Bad Lippspringe
www.lungensport.org

Airway remodelling

Bei einer chronischen Entzündung der Bronchien kommt es zu strukturellen Veränderungen durch eine vermehrte Einlagerung von Kollagen. Dies beinhaltet eine Verdickung der Bronchialwände durch verstärktes Wachstum von Muskelzellen, Bindegewebe und Blutgefäßen sowie eine Zunahme der Schleim bildenden Drüsenzellen mit verstärkter Schleimproduktion.

Akut

plötzlich auftretend

Akute Bronchitis

plötzlich auftretende Entzündung der Schleimhäute der Bronchien, die in den meisten Fällen durch Viren verursacht wird. Die akute Bronchitis wird auch als „Erkältung“ oder „Infekt“ bezeichnet.

Allele

gleiche oder unterschiedliche Formen eines Gens am selben Ort homologer Chromosomen. Ein Mensch besitzt jeweils zwei Allele, von jedem Elternteil eines.

Allergen

Substanz, die eine allergische Reaktion bei bezüglich Allergenen empfindlichen Personen hervorruft.

Allergenkarenz

Vermeidung von Allergenen

Allergie

Überreaktion des Immunsystems gegenüber körperfremden, eigentlich unschädlichen Substanzen

Allergiediagnostik

Bei der Feststellung/Diagnose einer Allergie werden unterschiedliche Testverfahren verwendet:

  • Prick-Test (Hauttest)
  • Rast-Test (Blutuntersuchung auf Antikörper)
  • Provokationstest (prüft, ob die Atemwege auf ein bestimmtes Allergen allergisch reagieren)
Allergologe

Fachärzte für Allergologie haben sich auf die Behandlung von Allergien spezialisiert und kennen die Ursachen für deren Entstehung, können die individuelle Ausprägung der jeweiligen Erkrankungen einschätzen und die angemessene Behandlung einleiten. Die Zusatzbezeichnung „Facharzt für Allergologie“ darf ein Arzt erst dann führen, wenn er sich nach einer mehrjährigen Weiterbildung fundierte Kenntnisse über dieses komplexe Krankheitsbild angeeignet hat. Bei dieser Weiterbildung erlernt er verschiedene diagnostische Verfahren und erwirbt detaillierte Kenntnisse zu modernsten Therapie-Methoden. Viele Haut- und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, aber auch Kinder- und Lungenfachärzte haben sich auf Allergien spezialisiert.

Allergologie

Als Allergologie wird das medizinische Fachgebiet bezeichnet, das sich mit der Erforschung und Behandlung von Allergien beschäftigt.

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

Bei manchen Menschen fehlt von Geburt an ein Eiweißkörper der die Lunge schützt, das Alpha-1-Antitrypsin. Diese Patienten entwickeln häufig frühzeitig ein Lungenemphysem, ganz besonders dann, wenn sie rauchen.

Alveolen

Alveolen (Lungenbläschen) sitzen am Ende des verästelten Bronchialbaums. In den Alveolen findet der Gasaustausch statt. Der eingeatmete Sauerstoff diffundiert durch die feine Membran der Lungenbläschen in die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren). Kohlendioxid tritt von den Blutgefäßen in die Lunge über und kann auf diese Weise ausgeatmet werden.

Ambulante Rehabilitation

Rehabilitationsmaßnahmen, die wohnortnah / vor Ort angeboten werden.
Siehe Rehabilitationsmaßnahmen; Lungensport

Ampelsystem

Hilfsmittel zur Beurteilung der der Stabilität der Atemwege
Dieses System hat sich im Alltag aufgrund seiner Einfachheit bewährt. Wie im Straßenverkehr gilt:
Grüne Zone:       Freie Fahrt, die Atemwege sind stabil.
Gelbe Zone:       Achtung, die Atemwege sind labil, jetzt müssen Sie reagieren.
Rote Zone:         Stop, Notfall, die Atemwege sind instabil, hier müssen Sie sofort reagieren.

Um mit dem Ampelschema die Stabilität der Atemwege zu interpretieren, wird der morgendliche Peak-Flow-Wert mit dem persönlichen Bestwert verglichen:
Grüne Zone:       Morgenwert zwischen 80 und 100 % des Bestwertes.
Gelbe Zone:       Morgenwert zwischen 50 und 80 % des Bestwertes.
Rote Zone:         Morgenwert unter 50 % des Bestwertes.

Analgetika

Arzneimittel zur Schmerzbekämpfung

Anamnese

Erhebung der Krankengeschichte (Art, Beginn, Verlauf der Erkrankung, usw.) im Gespräch zwischen Arzt und Patient

Anaphylaktische Reaktion

rasch einsetzende, bedrohliche allergische Reaktion.
Sie kann zum Kollaps und zu einem Schock führen (anaphylaktischer Schock). Bei fehlender ärztlicher Hilfe besteht die Gefahr, dass der Patient im anaphylaktischen Schock stirbt.

Antiallergika

Arzneimittel gegen Allergien. Sie verhindern die allergische Reaktion oder blockieren den Ablauf der Allergie. Es handelt sich um Medikamente, die regelmäßig bei Allergenkontakt genommen werden müssen.

Antibiotika

Mit Antibiotika lassen sich Infektionen behandeln, die durch Bakterien hervorgerufen werden. Die Bakterien werden bei dieser Behandlung abgetötet oder an der Vermehrung gehindert. Antibiotika sind bei einer Virus-Infektion z.B. im Rahmen einer Erkältung wirkungslos, können aber beispielsweise zur Bekämpfung einer dazukommenden bakteriellen Infektion - sogenannte „Superinfektion“ - eingesetzt werden und verhindern so eine weitere Verschlechterung.

Anticholinergika

gehören wie die Betamimetika zu den Atemwegserweiterern. Anticholinergika werden häufig bei der Asthma- und COPD-Therapie eingesetzt.
Angriffspunkt dieser Substanzgruppe ist der so genannte muskarinische Acetylcholinrezeptor. Anticholinergika docken dort an und hemmen so die Wirkung des natürlichen Botenstoffs Acetylcholin. In den Atemwegen führt dies zu einer Entspannung der glatten Muskulatur und somit zu einer Erweiterung der Bronchien. Auch die Schleimproduktion wird durch Anticholinergika vermindert.

Antigen

körperfremder Stoff, auf den das Immunsystem reagiert, löst Antikörperbildung aus.

Antihistaminika

Antihistaminika, auch Histamin-Rezeptorblocker oder Histamin-Rezeptorantagonisten genannt, sind Wirkstoffe, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abschwächen oder aufheben. Sie blockieren die Wirkung von Histamin bei der allergischen Reaktion.

Antikörper

Abwehrstoffe des Körpers;
Eiweiße, die als Reaktion auf bestimmte Stoffe, sogenannte Antigene, gebildet werden. Antikörper stehen im Dienste des Immunsystems. Sie reagieren mit Antigenen (das können z.B. Fremdkörper oder Bakterien sein) und machen die Eindringlinge unschädlich.

Antileukotriene

Medikamente zur Asthmabehandlung in Tablettenform. Leukotriene sind körpereigene Botenstoffe, die eine wichtige Rolle bei entzündlichen und allergischen Vorgängen spielen. Die korrekte Bezeichnung der Medikamente lautet: Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten.

Antitussiva

Arzneimittel, das den Husten dämpft bzw. stillt.

Apnoe

Atemstillstand
mehr oder weniger langes Aussetzen der Atmung oder willentliches Anhalten der Atmung (z.B. Apnoetauchen)

Apoptose

programmierter Zelltod; Zellen begehen "Selbstmord" indem ein auf den Genen festgelegtes Programm eingeschaltet wird.

ARDS

Akutes Lungenversagen (Adult Respiratory Distress Syndrome)

Arterien und Arteriolen

Arterien befördern Blut vom Herzen weg. Sehr kleine Arterien heißen Arteriolen. Arteriolen gehen in die sogenannten Haargefäßen (Kapillaren) über.

Asbestose

(Asbestlunge) entsteht durch die Einatmung und Ablagerung von Asbeststaub in den Atemwegen. Eine Asbestose kann zu einer Vernarbung des Lungengewebes, aber auch zu Lungenkrebs führen. Die Gefahr einer Asbestose steigt mit den Jahren der Asbest-Exposition.

ASIT/SIT

siehe spezifische Immuntherapie

Asthma / Asthma bronchiale

„Asthma“ ist aus dem Griechischen abgeleitet und bedeutet „Keuchen“ oder „schweres Atmen“.
Asthma ist die Folge einer anhaltenden Entzündung der Atemwege. Die Atemwege reagieren überempfindlich auf verschiedene Reize und sind zeitweise verengt.
Die typischen Beschwerden sind

  • Die Atemnot ist häufig anfallsartig und tritt vor allem nachts oder in den frühen Morgenstunden auf.
  • Pfeifendes Geräusch beim Atmen (Giemen),
  • Engegefühl in der Brust,
  • Husten
Asthma, allergisch

Ursache de Asthmas ist eine Allergie.

Asthma, eosinophil

Asthmaform, bei der im Blut die Zahl der eosinophilen Granulozyten erhöht ist.

Atembewegungen

Die Bewegungen beim Ein- und Ausatmen werden durch Muskeln, den Zwischenrippenmuskeln und dem Zwerchfell bewirkt. Die Atembewegungen sind durch das Heben und Senken des Brustkorbs gekennzeichnet. Beim Einatmen ziehen sich die Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell zusammen. Dadurch heben sich die Rippen (der Brustkorb). Das Zwerchfell wird flacher und senkt sich. Dies bewirkt eine Vergrößerung des Brustraums. Die Lunge vergrößert sich, Luft strömt über die Atmungswege in die Lunge.
Erschlaffen die Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell, senken sich die Rippen (der Brustkorb). Das Zwerchfell hebt sich. Dies bewirkt eine Verkleinerung des Brustraums. Die Luft wird aus der Lunge gedrückt. Sie wird ausgeatmet.
Die Änderung des Brustumfanges beim Ein- und Ausatmen kann man am Körper beobachten

Atemerleichternde Körperhaltungen

Es gibt ganz bestimmte Körperhaltungen oder Körperstellungen, die das Atmen erleichtern. Die bekanntesten sind:

  • Seitenlage im Bett, auf der Liege / Couch
  • Kutschersitz
  • Reitsitz
  • Torwartstellung
  • Abstützenim Stehen (mit einer Hand oder dem Ellenbogen an einer Wand 
    oder an einem Baum leicht abstützen)
Atemfrequenz

Anzahl der Atemzüge pro Minute

Atemhilfsmuskulatur

Muskeln, die zusätzlich zu den Hauptatemmuskeln bei erschwerter Atmung für die Ein- und Ausatmung gebraucht werden.

Atemmuskeltraining

gezieltes Training zur Kräftigung der Atemmuskulatur. Informationen stellt die Arbeitsgemeinschaft Atemmuskeltraining unter www.atemmuskeltraining.com zur Verfügung

Atemnot (Dyspnoe, Lufthunger etc.)

Atemnot gehört neben Husten (mit oder ohne Auswurf), Bluthusten und Brustschmerz zu den Hauptsymptomen bei Erkrankungen der Atemwege und der Lungen. Außerdem ist sie ein typisches Symptom bei Herzschwäche.

Atemnotanfall

anfallsweise auftretende Atemnot, typisch z.B. für Asthma

Atemphysiotherapie

Die physiotherapeutische Atemtherapie, auch Atemphysiotherapie genannt, beinhaltet aktive und passive Techniken und Maßnahmen, die unterstützend bei der Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma, COPD) eingesetzt werden. Die Atemphysiotherapie findet auch Anwendung zur Verbesserung der Atemfunktion vor Operationen, zur Vermeidung von lungenbedingten Komplikationen nach Operationen und bei der Entwöhnung von der Beatmung.

Adressen von Atemphysiotherapeuten sind unter Spezialistensuche im Servicebereich veröffentlicht:
www.atemwegsliga.de/physiotherapeuten.html

Atempumpe

die Gesamtheit aller anatomischen und funktionellen Einheiten, die eine Belüftung der Lunge ermöglichen: Atemzentrum im Gehirn, Nerven, Atemmuskulatur und Brustkorb

Atemtechniken

Je nach Atemfunktionsstörung werden in der Physiotherapie unterschiedliche Atemtechniken angewandt. Sie sollen zu einer Erleichterung der Atmung führen. Ein- und Ausatemtechniken sowie Techniken zur Befreiung der Atemwege von zähem Schleim gehören dazu. Die bekannteste Atemtechnik bei beginnender Atemnot ist die sogenannte Lippenbremse. Sie verhindert das Zusammenfallen der Atemwege.

Atemwegsobstruktion

Verengung der Bronchien. Die Verengung kann unterschiedliche Ursachen haben, z.B. Krampf der Bronchialmuskulatur, Schleimhautschwellung, Verlegung durch zähen Schleim oder Fremdkörper. Aufgrund der Behinderung des Luftstroms tritt Atemnot auf.

Atemwegsspiegelung

siehe Bronchoskopie

Atopie

genetisch bedingte Bereitschaft, auf bestimmte Stoffe oder Umwelteinflüsse allergisch zu reagieren.

Außerklinische Beatmung

(früher Heimbeatmung) Beatmung wird zu Hause, d.h. außerhalb der Klinik angewandt, wenn die Atmung dauerhaft unzureichend ist. Man unterscheidet nichtinvasive (Maske) und invasive (Zugang über die Luftröhre) außerklinische Beatmung.
Bei einem Ausfall der Atempumpe ist die Beatmung lebensnotwendig und muss daher 24 Stunden pro Tag dauerhaft vorgenommen werden.
Eine intermittierende Beatmung wird durchgeführt, wenn lediglich eine Überlastung der Atempumpe besteht. Die Beatmung wird vor allem in den Nachtstunden genutzt, um die Atmung zu entlasten. Die intermittierende Beatmung wird meist über eine Maske durchgeführt, die sich der Betroffene selbst aufsetzt.

Auskultation

Abhören der Lunge mit einem Stethoskop

Auswurf

Sputum, Expektorat
ausgehustete Absonderung der Atemwegsschleimhaut

AZV

Atemzugvolumen

Ä

Ätiologie

Lehre von den Krankheitsursachen und ihren auslösenden Faktoren

B

Becherzellen

schleimbildende Zellen in der Bronchialschleimhaut

Betamimetika (Beta2-Sympathomimetika)

Medikamente, die die Bronchien erweitern (dilatieren). Aufgrund dieser Eigenschaft gehören Betamimetika zu den Bronchodilatoren. Andere  Bezeichnungen sind Adrenergika, Beta2-Sympathikomimetika oder Sympathikomimetika.
Betamimetika werden zur Behandlung von Asthma oder COPD meist als Spray oder Pulver verordnet. Auch als Retard-Tabletten kommen sie zum Einsatz.

BGA

siehe Blutgasanalyse

Biologics (Biologika)

biologische, zumeist in gentechnischen Verfahren hergestellte Medikamente

Blutgasanalyse

Blutproben werden aus dem gut durchbluteten Ohrläppchen oder aus Blutgefäßen entnommen. In diesen Proben werden der Sauerstoff- und Kohlendioxid-Druck, der pH-Wert sowie der Säure-Basen-Haushalt bestimmt. Die Blutgasanalyse (BGA) zeigt, wie sehr die Atemfunktion bei einer Störung beeinträchtigt ist.

Blutgaswerte

Konzentration von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut:
Sauerstoffpartialdruck = pO2
Kohlendioxidpartialdruck  = pCO2

Bodyplethysmografie

Verfahren zur Messung der Lungenfunktion. Der Patient sitzt dabei in einer Kammer und atmet in ein Messgerät. Die Auswertung gibt Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Atemwegserkrankung.

Borg-Skala

Mittels der Borg-Skala (0-10) beurteilt ein Patient sein subjektives Anstrengungsempfinden im Alltag und beim Training sowohl in Bezug auf Atemnot/ Atembeschwerden als auch auf die körperliche Belastung selbst. Neben der Trainingssteuerung kann der geschulte Patient mit Hilfe der Borg-Skala auch im Alltag sein Bewegungstempo einteilen bzw. Tätigkeiten in einzelne Bewegungselemente aufteilen, um körperlich anstrengende Aktivitäten ohne Notfallsituation zu bewältigen.

Bronchialbaum

System aus Bronchien und Bronchiolen. Man spricht von einem Bronchialbaum, weil das Bronchialsystem mit der Luftröhre (Trachea), den Stammbronchien, den Lappenbronchien, den Segmentbronchien und den immer feiner werdenden Verästelungen bis hin zu den Bronchiolen und den Lungenbläschen (Alveolen) wie ein auf den Kopf gestellter Baum aussieht.

Bronchialinfekt

Infektion der Bronchien durch Viren oder Bakterien. Gerade bei Patienten mit COPD oder mit Bronchiektasen treten solche Bronchialinfekte relativ häufig auf und können zu einer Verschlechterung der Grunderkrankung führen. Sie sind dann mit „harmlosen Erkältungen“ nicht zu vergleichen.

Bronchialkarzinom

eine von den Bronchien ausgehende bösartige Geschwulst (= Lungenkrebs). Hauptursache ist langjähriges Rauchen. Weitere aber seltenere Auslöser sind arbeitsplatzbezogene oder umweltbedingte Schadstoffe wie z.B. Asbest.

Bronchialmuskulatur

Bronchien und Bronchiolen sind ein Röhrensystem, durch das Luft zu den Alveolen geleitet wird. Bronchien haben einen größeren Durchmesser als Bronchiolen. Die Wände der Bronchien werden durch Knorpelspangen
verstärkt.
Um die Röhren ziehen sich Stränge glatter Muskulatur. Wenn die Muskeln der Bronchien sich verkrampfen, werden die Bronchien eng. Atemnot kann auftreten.

Bronchialobstruktion

siehe Atemwegsobstruktion

Bronchialschleimhaut

Mit der Luft werden auch feste Stoffe, Pollen, Staub oder andere Partikel eingeatmet. Nicht alles kann wieder
einfach ausgeatmet werden.

Damit die Lunge sauber bleibt, ist die Innenseite der Atemwege mit einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet. Diese Bronchialschleimhaut besitzt schleimproduzierende Becherzellen und Flimmerhärchen (Zilien). Der Schleim der Becherzellen fängt die Fremdkörper ab. Die beweglichen Flimmerhärchen transportieren
den Schleim stetig aus der Lunge heraus. Im Rachen angekommen, wird der Schleim einfach verschluckt.

Eine dauerhafte, übermäßige Schleimproduktion kann auf eine Lungenerkrankung wie zum Beispiel COPD hinweisen.

Bronchialsekret

Auswurf, Schleim, Sputum; schleimiges Sekret der Bronchien und unteren Atemwege

Bronchialsystem

Luftwege der Lunge

Bronchiektasen

Bronchialerweiterung: Es gibt eine angeborene Form, die auf einer Entwicklungsstörung der Lunge beruht. Meistens entstehen Bronchiektasen aber nach Infektionen im Kindesalter. Die Bronchialerweiterung führt dazu, dass der  physiologische Sekrettransport durch die Flimmerhärchen in den Atemwegen gestört ist und das Bronchialsekret wie in einem Syphon an den tiefsten Stellen liegen bleibt. Das nicht abtransportierte Sekret kann von Bakterien besiedelt werden. Durch die anhaltende Entzündung kommt es zur Zerstörung von Lungengewebe.

Bronchien

Die Luftröhre (= Trachea) teilt sich in die zwei Hauptbronchien, welche in die beiden Lungenflügel eintreten. Die Hauptbronchien wiederum gabeln sich weiter auf zu Bronchien und Bronchiolen, die in den Lungenbläschen (= Alveolen) enden. Über die Bronchien wird die sauerstoffreiche Luft zu den Lungenbläschen geleitet und die kohlendioxidreiche Luft von den Alveolen aus dem Körper heraus transportiert. D. h. die „verbrauchte“ Luft wird ausgeatmet und „frische“ Luft eingeatmet.

Bronchiolen

kleinste Abzweigungen der Bronchien im Bronchialbaum, an deren Ende die Lungenbläschen (Alveolen) sitzen

Bronchiolitis

Entzündung der kleinsten Äste des Bronchialbaums, der sogenannten Bronchiolen. In den meisten Fällen wird eine Bronchiolitis durch eine Infektion mit Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren) ausgelöst, meist im Winter oder Frühjahr. Als weitere Auslöser kommen Influenza (Grippe)- Viren oder Adenoviren in Frage. Die Bronchiolitis befällt überwiegend Säuglinge und Kleinkinder.

Bronchitis

Entzündung der Bronchien. Es wird unterschieden zwischen akuter Bronchitis, chronischer Bronchitis und chronisch obstruktiver Bronchitis.

Bronchoalveoläre Lavage (BAL)

diagnostisches Verfahren, bei dem die Lunge gespült und die Spülflüssigkeit als Untersuchungsmaterial gewonnen wird

Bronchodilatatoren (Bronchospasmolytika)

Arzneimittel, die die Bronchien erweitern. Sie werden unter anderem bei Asthma und COPD verordnet. Zu den Bronchodilatoren gehören Adrenergika (= Beta-Sympathomimetika, Sympathomimetika oder Betamimetika) und Anticholinergika. Theophyllin ist ebenfalls ein Erweiterer der Bronchien. Je nach Geschwindigkeit des Wirkungseintritts und Wirkdauer werden sie vorbeugend gegen Atemnot und/oder als Bedarfsmedikamente bei akuten Beschwerden eingesetzt. Siehe Anhang Medikamentenübersicht.

Bronchoskop

Gerät zur Untersuchung der Luftröhre und der Bronchien

Bronchoskopie

Spiegelung der Bronchien - medizinisches Untersuchungs- und Therapieverfahren. Über Mund oder Nase wird ein Bronchoskop in die Luftröhre eingeführt und in die Bronchien vorgeschoben. Mit dem Bronchoskop können Luftröhre und Bronchien betrachtet werden. Es ist z.B. möglich Schleimhautproben für weitere Untersuchungen zu entnehmen oder Fremdkörper zu entfernen.

Bronchospasmolyse

Lösung von Krämpfen (Spasmen) in den Bronchien. Zur Bronchospasmolyse werden Medikamente verwendet, welche die Bronchien erweitern (Bronchospasmolytika, Bronchodilatatoren).

Bronchospasmolytikum

Medikament, das die Bronchien erweitert

siehe Bronchodilatatoren

Bullektomie

Entfernung einer großen Emphysemblase

C

Chromosomen

Chromosomen befinden sich im Zellkern und enthalten die Erbinformation. Sie bestehen aus einem langen DNA-Faden und Eiweißen.
Körperzellen des Menschen haben normalerweise 46 Chromosomen (22 homologe, d.h. übereinstimmende Paare sowie zwei Geschlechtschromosomen: Frau xx, Mann xy).

Chronisch

lang anhaltend

CO

Kohlenmonoxid

CO2

siehe Kohlendioxid

COBRA

Programm zur Schulung von COPD-Patienten: Chronisch obstruktive Bronchitis mit und ohne Emphysem - Ambulantes Schulungsprogramm für COPD-Patienten

siehe auch Patientenschulung

Coils oder Spiralen

Stahldrähte, die über einen Katheter in Lungensegmente vorgeschoben werden, sich zusammenziehen und dabei Lungengewebe zusammenraffen (Lungenvolumenreduktion).

Compliance

(engl. für Einhaltung, Folgsamkeit) bedeutet Therapietreue des Patienten, d.h. Mitarbeit bei der Therapie und  Bereitschaft, ärztliche Verordnungen und Empfehlungen zu befolgen. Diesem Verständnis zufolge trägt der Patient einseitig die Verantwortung für das Einhalten der Therapie. Heute verfolgt man eher das Konzept der Adhärenz.

Computertomografie (CT)

spezielles Röntgenverfahren, mit dem der menschliche Körper in Querschnittbildern (Schnittbildverfahren) dargestellt wird. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Röntgenaufnahme, auf der nur grobe Strukturen und Knochen erkennbar sind, wird in CT-Aufnahmen auch Weichteilgewebe mit geringen Kontrastunterschieden dargestellt.

Controller

Dauermedikation. Für die medikamentöse Asthma-Therapie werden sogenannte Reliever für die Bedarfsmedikation und Controller für die Dauermedikation eingesetzt.

COPD

Chronisch obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem treten häufig gemeinsam auf. Der englische Begriff für chronisch obstruktive Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem heißt COPD (chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung: dauerhafte, fortschreitende Lungenerkrankung mit Einengung der Atemwege).

COPD Assessment Test® (CAT)

Fragebogen, mit dem die Auswirkungen der COPD auf das Wohlbefinden und das tägliche Leben festgestellt werden können 

Cor pulmonale

druckbelastetes rechtes Herz infolge einer Drucksteigerung im Lungenkreislauf

Cornet

gebogenes Plastikrohr, in dem sich ein Gummischlauch befindet. Der Patient nimmt das Gerät wie eine Trompete in
Hand und Mund, atmet durch die Nase ein und durch das Gerät aus. Durch die Ausatemluft gerät der Schlauch in
Schwingungen, die auf die Atemwege übertragen werden. So löst sich festsitzendes Bronchialsekret.

Cortisol

wird im Körper durch die Nebennierenrinde gebildet und wirkt entzündungshemmend, siehe Kortison

Cortison / Corticoide

siehe Kortison

Cystische Fibrose (CF)

Internationler Begriff für die Mukoviszidose (erbliche Stoffwechselkrankheit)

D

Diaphragma

Zwerchfell

Diffusion

physikalischer Prozess, bei dem sich Teilchen z.B. in einer Lösung oder einem Gasgemisch gleichmäßig verteilen. Es kommt zur vollständigen Durchmischung der beteiligten Stoffe.

Diffusionskapazität

Die Diffusionskapazität DLCO beschreibt die Fähigkeit der Lunge zum Gasaustausch, also zur Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe.

DMP

Ein Disease-Management-Programm (abgekürzt DMP) ist ein systematisches Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen, das sich auf die Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin stützt. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden diese Programme auch als strukturierte Behandlungsprogramme oder Chronikerprogramme bezeichnet.

DNA

DNA bzw. DNS steht für Desoxyribonukleinsäure. Desoxyribonukleinsäure ist ein langes Kettenmolekül, das aus vielen Bausteinen, den Nukleotiden, besteht. Wichtiger Bestandteil der Bausteine sind sogenannte Basen. Es gibt vier verschiedene DNA-Basen: Adenin (A), Guanin (G), Thymin (T) oder Cytosin (C). Die Reihenfolge der Basen ist entscheidend für die Verschlüsselung der Erbinformation. Die kleinste Funktionseinheit, die ein Eiweiß verschlüsselt oder eine  bestimmte Funktion hat, nennt man Gen (siehe auch Chromosomen, Gen).

Dosieraerosol

Inhalationsgerät zur Abgabe von Medikamenten in Form eines Sprays.  Die richtige Anwendung der Dosieraerosole kann
man sich im Internet auf YouTube ansehen:  Videos der Atemwegsliga

Dyskrinie

Verdickung des Bronchialsekrets/ Bronchialschleims zu einem zähen, schwer abhustbaren Sekret

Dyspnoe

Kurzatmigkeit, siehe Atemnot

Dyssomnie

Schlafstörung

E

Echokardiographie

Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall

Einsekundenkapazität (FEV1, forciertes exspiratorisches Volumen in einer Sekunde)

siehe Lungenfunktion

EKG / Elektrokardiogramm

Das Elektrokardiogramm (EKG) ist die Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern. Elektrokardiogramm heißt auch Herzspannungskurve. Jedem Herzschlag geht eine elektrische Erregung voraus, die im Normalfall vom  Sinusknoten, dem Schrittmacher des Herzens, ausgeht. Über das herzeigene elektrische Leitungssystem aus spezialisierten Herzmuskelzellen läuft sie zu den übrigen Herzmuskelzellen. Diese elektrischen Spannungsänderungen am Herzen kann man an der Körperoberfläche messen und im Zeitverlauf aufzeichnen. Es ergibt sich ein immer wiederkehrendes Bild der elektrischen Herzaktion. Mit dem EKG lassen sich vielfältige Aussagen zu Eigenschaften und Gesundheit des Herzens  treffen. Zu beachten ist, dass das EKG nur die elektrische Aktivität des Herzmuskels anzeigt, nicht jedoch die tatsächliche Auswurfleistung widerspiegelt.

Emphysem

Der Begriff Emphysem ist aus dem Griechischen "en physao" abgeleitet und steht für "Blase". Beim Lungenemphysem sind die kleinsten Bronchien und die Lungenbläschen dauerhaft erweitert (Überblähung), verbunden mit einer Zerstörung der Lungenstruktur.

Endoskopie

„in das Innere sehen“. Betrachtung von Körperhöhlen und Hohlorganen mit einem Endoskop. Ein Bronchoskop ist z.B. ein
Endoskop, mit dem die Lunge und die Bronchien betrachtet werden können.

Endoskopische Lungenvolumenreduktion (ELVR)

Verkleinerung oder Reduzierung stark überblähter Abschnitte der Lunge mittels Endoskop. Es gibt verschiedene Verfahren, die im Allgemeinen jedoch nur für wenige Patienten in Frage kommen

  • reversible (rückgängig zu machende) blockierende Verfahren wie z.B. Ventile
  • bedingt reversible, nicht blockierende Verfahren wie z.B. Spiralen
  • nicht reversible, nicht blockierende Techniken wie z.B. Thermoablation oder Polymerschaum
Endothel

dünne Schicht aus Zellen, die die Innenwand von Blutgefäßen auskleidet

Endothelin

Peptid (eine kurze Kette aus Aminosäuren), das zu einer Verengung der Gefäße und damit zur Erhöhung des Blutdrucks führt.

Entzündung

Reaktion eines biologischen Systems auf einen inneren oder äußeren Reiz, der die physiologischen Abläufe gefährdet. Das Ziel der Entzündung ist es, den schädigenden Reiz zu beseitigen und die Voraussetzungen für Reparaturvorgänge ("Heilung") zu schaffen. Die Entzündung ist damit ein Ausdruck der Immunreaktion eines Organismus.

Enzym

früher Ferment genannt, ist ein Stoff, der eine oder mehrere biochemische Reaktionen einleiten oder beschleunigen kann. Fast alle Enzyme sind Eiweiße (Proteine).

Epidemiologie

Lehre der Ursachen und Verbreitung von Erkrankungen

Epigenetik

Wissenschaftszweig, der untersucht, wie übergeordnete Steuerungselemente des Genoms die Interpretation der Gene beeinflussen. Dass zum Beispiel eineiige Zwillinge verschiedene Krankheiten entwickeln, obwohl sich ihr Genom nicht voneinander unterscheidet, könnte bei gleichen Umwelteinflüssen an ihrem unterschiedlichen Epigenom liegen.

Epithel

Sammelbezeichnung für Deck- und Drüsengewebe; ein- oder mehrlagige Zellschichten, die alle inneren und äußeren Körperoberflächen bedecken

Erbinformation

Jede menschliche Zelle besitzt im Zellkern für jede Aufgabe eine doppelte Garnitur von Erbinformationen (Genen). Ein Gen stammt von der Mutter, das andere vom Vater.

Ergospirometrie

Kombination aus Lungenfunktionsprüfung und EKG unter definierter körperlicher Belastung (z.B. auf dem Laufband oder Fahrradergometer)

Etagenwechsel

Eine Ausweitung der eigentlichen Heuschnupfen-Symptome auf die tieferen Atemwege bis hin zum Asthma bronchiale.

Evidenzbasierte Medizin

EbM, von englisch evidence-based medicine „auf empirische Belege gestützte Heilkunde“ ist eine jüngere Entwicklungsrichtung in der Medizin, die ausdrücklich die Forderung erhebt, dass bei einer medizinischen Behandlung patientenorientierte Entscheidungen nach Möglichkeit auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit  getroffen werden sollen.

Exazerbation

Verschlimmerung, Verschlechterung einer Erkrankung, Schub einer Erkrankung

Expektorantien

Mittel, die zähes Bronchialsekret verflüssigen sollen und so das Abhusten erleichtern bzw. fördern

Expektorat

Auswurf

Exspiration

Ausatmung

Exspiratorische Vitalkapazität (VCex, EVC)

siehe Lungenfunktion

Exspiratorisches Reservevolumen (ERV)

siehe Lungenfunktion

F

FEF

siehe Lungenfunktion

Feuchtinhalation

Bei der Feuchtinhalation wird das Medikament in wässriger Lösung mit Hilfe eines Düsenverneblers oder Ultraschallverneblers eingeatmet.

FEV1

Exspiratorisches Volumen während der ersten Sekunde einer forcierten Ausatmung. Zeigt an, wie viel Liter Luft Sie nach vorangehender tiefer Einatmung bei maximaler Anstrengung in einer Sekunde ausatmen können (Sekundenluft).

FEV1

siehe Lungenfunktion

Fibrose

siehe Lungenfibrose

Flimmerepithel

spezialisiertes Epithel mit beweglichen Flimmerhärchen; Flimmerepithel der Atemwege = respiratorisches Flimmerepithel

Flimmerhärchen

Die gesamte Oberfläche der Bronchialschleimhaut ist mit beweglichen Flimmerhärchen ausgekleidet. Diese dienen der Entfernung kleinerer, ins Bronchialsystem eingedrungener Fremdstoffe wie z.B. Staubpartikel oder Allergene. Die Härchen schlagen bzw. flimmern zu diesem Zweck unaufhörlich in Richtung Luftröhre. Unterstützt wird dieser Transport durch einen Film aus Bronchialschleim.

Flutter

kleines Gerät, das die Form einer Tabakpfeife hat. Der Patient nimmt das in den Mund und atmet durch das Gerät aus. Dadurch bewegt er mit Luftstrom eine Kugel im „Pfeifenkopf“. Das Vibrieren überträgt sich seinen Brustkorb und löst so das festsitzende Bronchialsekret.

Forcierte Vitalkapazität / FVC

siehe Lungenfunktion

Funktionelle Residualkapazität (FRC)

siehe Lungenfunktion

G

Ganzkörperplethysmographie

Ein Ganzkörperplethysmograph besteht aus einer Kabine, die äußerlich einer Telefonzelle ähnlich ist. Diese Kabine wird luftdicht verschlossen, wenn der Patient dort Platz genommen hat. Natürlich befindet sich in der Innenseite ein Notfallöffner. Bei ruhiger Atmung kann nun aus den Druckschwankungen in der Kabine, die durch die Atmung des Patienten ausgelöst werden, und den Fluss- und Druckschwankungen am Mundstück auf das gesamte Lungenvolumen geschlossen werden. Es wird die sogenannte Totale Lungenkapazität (TLC) berechnet. Weiterhin kann durch die in dem Ganzkörperplethysmographen entstehenden Atemschleifen erkannt ob in Ruheatmung eine Verengung der Bronchien vorliegt und ob bei jedem Atemzug eine vermehrte Kraftanstrengung zur Atmung erforderlich ist. Somit können also durch die ganzkörperplethysmographische Untersuchung (große Lungenfunktion) die Befunde der Spirometrie (kleine Lungenfunktion) vollständig erklärt und die Erkenntnisse verfeinert werden.

Weitere Informationen: ⇒ Lungenfunktion

Gasaustausch

erfolgt in den Lungenbläschen (Alveolen), die von feinsten Blutäderchen (Kapillaren) umschlossen sind. Die Alveolen geben Sauerstoff in die Kapillaren ab und übernehmen von diesen Kohlendioxid. Während der Sauerstoff über den Blutkreislauf zu allen Zellen des menschlichen Körpers transportiert und dort im Stoffwechselprozess verbraucht wird, wird das Kohlendioxid über das Bronchialsystem in die oberen Atemwege gebracht und über Mund und Nase ausgeatmet.

Gehtest (6-Minuten-Gehtest)

6MGT; 6-min-walk distance, 6MWD: standardisiertes Verfahren zur Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit; misst, wie weit eine Person in sechs Minuten eine standardisierte Strecke gehen kann.

Gen

Erbinformation, mit deren Hilfe Eiweiße und RNA-Moleküle einer Zelle gebildet werden können. Ein Gen ist ein Abschnitt auf der DNA eines Chromosoms, der bestimmte Eiweiße verschlüsselt oder eine bestimmte Funktion hat. Das Gen ist die kleinste Funktionseinheit im Genom.

Genese

Entstehung, Entwicklung, Herkunft

Genom

Gesamtheit aller Gene

Genotyp

Gesamtheit aller Erbinformationen

Genotyp

Gesamtheit der Gene eines Individuums, die den Phänotyp bestimmen

Giemen

trockenes, rasselndes oder pfeifendes Atemgeräusch, das vor allem bei der Ausatmung zu hören ist

Glukokortikoide (Glucocorticoide)

siehe Kortison

GOLD

Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease. Die globale Initiative für COPD „GOLD“ teilt die Lungenkrankheit in Stadien ein, die anzeigen, wie weit die Krankheit bei den Betroffenen fortgeschritten ist.

Granulozyten

Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), Teil der Immunabwehr. Es gibt neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten.

siehe Immunsystem

Grippeschutzimpfung

vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung der echten Grippe (Influenza)

H

Hämagglutinin

Eiweiß von Viren, u.a. eines der drei Virusproteine des Grippevirus A

Hauttest

Diagnoseverfahren bei Allergien. Hier wird die Haut des Patienten verschiedenen Allergenen ausgesetzt. Die gängigsten Verfahren sind der Prick-Test und Intrakutan-Test. Zur Diagnose von Kontaktallergien wird der Patch-Test verwendet.

Heimbeatmung

siehe "Außerklinische Beatmung"

Heterozygot

 zwei verschiedene Gene für eine bestimmte Erbinformation

Heuschnupfen

Umgangssprachliche Bezeichnung für eine allergische Rhinitis (Pollenallergie), d.h. eine Entzündung der Atemwege, die durch Allergenkontakt ausgelöst wird.

Histamin

Botenstoff des Immunsystems, produziert von den Mastzellen; wird nach Kontakt mit Allergenen und IgE-Antikörpern freigesetzt und löst Juckreiz, Schwellungen und Rötungen aus.

Homologe Chromosomen

Chromosomen, die in Gestalt und Abfolge der Gene übereinstimmen. Chromosomenpaar, von denen eines von der Mutter und das andere vom Vater „geerbt“ wurde. Jede menschliche Körperzelle hat einen Satz homologer Chromosomen. Ausnahme sind die Geschlechtschromosomen des Mannes, die als heterologe Chromosomen bezeichnet werden.

Homozygot

die beiden Gene für eine Erbinformation sind gleich

Husten

Symptom, das praktisch bei allen Atemwegs- und Lungenerkrankungen vorkommt. Husten ist aber nicht nur ein lästiges Symptom, Husten hat auch eine schützende Funktion. Wenn Speichel, Flüssigkeit oder Nahrung versehentlich in die Atemwege gelangen, man sich also verschluckt, werden diese „Fremdkörper“ durch kräftiges Husten wieder aus den
Atemwegen heraus befördert.

Hyperkapnie

entsteht durch Hypoventilation, dabei wird Kohlendioxid ungenügend ausgeatmet. Dies führt zur Erhöhung des Kohlendioxidgehalts in den unzureichend belüfteten Alveolen und im Blut.

Hyperpnoe

vertiefte Atmung

Hyperreagibilität, bronchiale

Überempfindlichkeit des Bronchialsystems

Hypersekretion

übermäßige Schleimbildung

Hyperventilation

meist unbewusste, übermäßige Ein- und Ausatmung. Sie kann zu Schwindelgefühl und zur Ohnmacht führen.

Hypopnoe

zu flache Atmung

Hyposensibilisierung

siehe spezifische Immuntherapie

Hypoventilation

Minderbelüftung der Lunge

Hypoxämie

Sauerstoffmangel im Blut

Hypoxie

Mangelversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Einen Sauerstoffmangel im arteriellen Blut nennt man dagegen Hypoxämie.

I

Idiopathisch

ohne bekannte Ursache

IL-5-Antikörper/ Interleukin-5-Antikörper

Medikament für Erwachsene mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma

Immunglobulin E (IgE)

Klasse von Antikörpern, die für die Vermittlung allergischer Sofortreaktionen verantwortlich ist

Immunsystem

Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus dem zellulären und dem humoralen Immunsystem. Das zelluläre Immunsystem besteht aus spezialisierten Immunzellen, die im Blut zirkulieren oder in verschiedenen Geweben vorkommen.

Dazu zählen:

  • Granulozyten
  • Makrophagen / Monozyten
  • dendritische Zellen
  • natürliche Killerzellen (große granulierte Lymphozyten)
  • T-Lymphozyten
  • T-Helferzellen
  • regulatorische T-Zellen
  • zytotoxische T-Zellen
  • B-Lymphozyten

Das humorale Immunsystem besteht aus Eiweißen, die im Blutplasma vorhanden sind.

Dazu gehören:

  • Antikörper
  • Komplementfaktoren
  • Interleukine
Immuntherapie

siehe spezifische Immuntherapie

Impfung

vorbeugende Maßnahmen gegen unterschiedliche durch Viren oder Bakterien hervorgerufene Infektionskrankheiten

Indikation

Eine Behandlung oder diagnostische Maßnahmen sind angezeigt.

Infektion/Infekt

Eintritt von Mikroorganismen (beispielsweise Viren, Pilze oder Bakterien) in einen Organismus sowie ihre Absiedlung und Vermehrung

Influenza

„echte“ Grippe oder Virusgrippe. Eine durch Influenzaviren ausgelöste Infektionskrankheit bei Menschen, die sich weltweit ausbreiten kann (Pandemie). Alltagssprachlich wird die Bezeichnung Grippe häufig auch für grippale Infekte verwendet, bei denen es sich um verschiedene andere, in der Regel deutlich harmloser verlaufende Virusinfektionen handelt.

Inhalationstherapie

Verabreichung von Arzneistoffen durch Einatmen in die Atemwege

Inhalieren

einatmen

Inspiration

Einatmung

Inspiratorische Kapazität (IC)

siehe Lungenfunktion

Inspiratorische Vitalkapazität (IVC, VCin)

siehe Lungenfunktion

Inspiratorisches Muskeltraining (IMT)

Kraft- und Ausdauertraining der inspiratorischen Muskulatur (siehe Atemmuskeltraining). Kann bei Patienten mit beeinträchtigter Muskelfunktion, wie bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und verschiedenen neurologischen Erkrankungen verwendet werden.

Inspiratorisches Reservevolumen (IRV)

siehe Lungenfunktion

Insuffizienz

ungenügende Leistung eines Organs oder eines Organsystems, z.B. Herz, Lunge, Niere

Interleukine

Botenstoffe; sie regulieren das Immunsystem

Intra-thorakales Gasvolumen (TGV, ITGV)

siehe Lungenfunktion

Intravenöse Injektion

Spritze (Injektion) in die Vene. Venen sind die Blutgefäße, die Blut aus dem Gewebe in Richtung Herz transportieren.

Irreversibel

„nicht rückbildbar“ - das Gegenteil von reversibel

K

Kapillare

kleinste Blutgefäße/Adern. Sie dienen dem Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe.

Karenz

Vermeiden des Kontaktes mit allergieauslösenden Stoffen

Kartagener Syndrom

siehe primäre ciliäre Dyskinesie

Keuchatmung/Giemen

keuchendes oder pfeifendes Atemgeräusch, tritt vor allem beim Asthma und der Bronchitis auf.

Kohlendioxid (CO2)

entsteht in den Zellen, vor allem als Endprodukt der Energiegewinnung. Es hat eine wichtige Funktion zur Regulierung des pH-Wertes im Blut und anderen Körperflüssigkeiten. CO2 wird in erster Linie über die Lunge abgeatmet.

Kollaterale Ventilation

Belüftung von Lungenabschnitten unter Umgehung der normalen bronchialen Atemwege

Kombinationspräparate

Kombinationspräparate sind Medikamente, die mehrere Wirkstoffe enthalten

Komorbidität

Begleiterkrankung(en). Erkrankung/Erkrankungen, die zusätzlich zu einer Grunderkrankung vorliegt bzw. vorliegen

Komplementäre Medizin

Komplementär bedeutet "Ergänzung" bzw. "Erweiterung" der schulmedizinischen Therapie mit naturheilkundlichen Methoden. Man geht von der Aktivierung selbstregulierender Prozesse im menschlichen Organismus aus. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität.

Kontraindikation

Gegenanzeige, Umstand, der die Anwendung eines Verfahrens verbietet

Kortison

Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das in verschiedenen chemischen Formen vorkommt und medikamentös eingesetzt wird. Kortisonhaltige Medikamente (auch Kortikosteroide, Corticoide, Glukokortikoide oder Steroide genannt) wirken u.a. entzündungshemmend. Sie werden zur Behandlung von Lungenerkrankungen meist inhaliert. Das inhalierbare Kortison ist sehr niedrig dosiert und wirkt direkt in den Atemwegen.

Kreuzallergie

Von einer Kreuzallergie (Kreuzreaktion) wird dann gesprochen, wenn Immunglobulin E-Antikörper, die gegen ein bestimmtes Allergen in einer bestimmten Allergenquelle gerichtet sind, auch andere Allergene in anderen Allergenquellen erkennen und somit auch bei Kontakt mit diesen anderen Allergenquellen eine allergische Reaktion auslösen können.

Krupp-Symdrom

Sammelbegriff für infektbedingte Verengungen der oberen Atemwege z. B. durch Kehlkopfentzündung

Kutschersitz

atemerleichternde Körperhaltung. Die Unterarme liegen locker auf den etwas gespreizten Oberschenkeln. Der Kopf hängt locker zwischen den Schultern.

L

LABA

langwirksame Betamimetika (long-acting beta-2 agonists), stimulieren Beta2-Rezeptoren auf Zellen

LAMA

langwirksame Anticholinergika (long-acting muscarinic antagonist), siehe Anticholinergika

Langzeitsauerstofftherapie (LTOT oder auch LOT)

Zugabe von Sauerstoff zur Einatmungsluft über mindestens 16 Stunden eines Tages (24 Stunden): Sie ist erforderlich, wenn bei normaler Atemtätigkeit ein erheblicher Sauerstoffmangel im Blut nachgewiesen wird (arterieller Sauerstoffdruck geringer als 55 bis 60 mmHg). Voraussetzung ist, dass zugleich die bestmögliche medikamentöse Therapie erfolgt, der
Sauerstoffmangel während der stabilen Krankheitsphase wiederholt nachgewiesen wurde und der Kohlendioxiddruck im Blut unter Sauerstoffgabe nicht kritisch ansteigt. Weitere Informationen findet man auf der Homepage der Deutschen Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V. unter www.sauerstoffliga.de

Laparoskop

Spezialendoskop; Instrument der minimal-invasiven Chirurgie zur Bauchspiegelung: Durch kleine, chirurgisch geschaffene Öffnungen kann man in die Bauchdecke sehen.

Lappenbronchien

Teil des Bronchialbaums/ Bronchialsystems. Sie zweigen von den Stammbronchien, d.h. von den sogenannten Hauptbronchien ab, und verzweigen sich in Segmentbronchien.

Laryngitis

Kehlkopfentzündung

Leukotrien-Antagonist (Antileukotrien)

Leukotrien-Antagonist (Antileukotrien)

Lippenbremse

Atemtechnik, mit deren Hilfe man die Luft beim Ausatmen langsam durch einen schmalen Spalt der locker aufeinander liegenden Lippen ausströmen lässt. Die Lippenbremse setzt den Atemwiderstand herab und erleichtert die Ausatmung.

Lobär

einen Organlappen (Lobus) z.B. Lungenlappen betreffend

Lobektomie

chirurgische Entfernung eines Organlappens, z.B. eines Leber- oder eines Lungenlappens

Lunge

der Atmung dienendes Körperorgan. Die menschliche Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln. Der linke Lungenflügel hat zwei, der rechte Lungenflügel drei segmentierte Lungenlappen. Der herzseitige linke Lungenflügel ist etwas kleiner als der rechte. Die gesamte Lungenoberfläche umfasst etwa 80–120 m2, hat also in etwa die Größe eines Tennisplatzes. Pro Tag werden mit rund 24.000 Atemzügen 12.000 Liter Luft umgesetzt.

Lungenbläschen

siehe Alveolen

Lungenembolie

Verschluss einer oder mehrerer Lungenarterien z.B. durch Blutgerinnsel. Blutgerinnsel entstehen am häufigsten in den Beinen, z.B. nach Operationen oder Unfällen, manchmal auch durch zu langes unbewegliches Sitzen z.B. im Flugzeug. Diese Blutgerinnsel können sich ablösen, werden mit dem Blut weggespült und bleiben schließlich in den zuführenden Lungengefäßen stecken.

Lungenemphysem

siehe Emphysem

Lungenentzündung

Pneumonie; Entzündung des Lungengewebes, meist durch eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen, selten auch toxisch durch Einatmung giftiger Stoffe oder durch immunologische Vorgänge hervorgerufen. Bei Mitbeteiligung der Pleura (Rippenfell) wird im klinischen Sprachgebrauch von Pleuropneumonie gesprochen. Die Entzündung nach einer Strahlentherapie wird meist als Strahlenpneumonitis bezeichnet.

Lungenfibrose

Bei der Lungenfibrose kommt es zu Vernarbungsvorgängen in der Lunge, vergleichbar der Narbenbildung an der Haut nach Verletzungen. Die vernarbte Lunge wird steifer und dehnt sich bei der Einatmung nur mit erhöhtem Kraftaufwand. Das vermehrt gebildete Bindegewebe (Vernarbung!) in der Lunge behindert den Sauerstofftransport zu den roten Blutkörperchen.

Lungenflügel

Die Lunge unterteilt sich in den rechten und den linken Lungenflügel.

Lungenfunktionsprüfung / Lufu
Lungenhochdruck

siehe pulmonale Hypertonie

Lungenkarzinom (Lungenkrebs)

gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Beim Lungenkrebs werden zwei Hauptformen unterschieden: das kleinzellige und das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom; siehe auch ⇒Lungenkrebs

Lungenkreislauf

Blutkreislauf von der rechten Herzkammer bis zum linken Herzvorhof, gelegentlich auch als „kleiner Kreislauf“ bezeichnet

Lungenödem

krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Lungengewebe

Lungensport

wichtiger Bestandteil der Therapie vieler Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Die Teilnahme am Lungensport hängt vom Schweregrad der funktionellen Beeinträchtigung der Atemwegserkrankung sowie etwaiger Begleiterkrankungen - insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems ab. Eine fachärztliche Untersuchung und Beurteilung ist deshalb im Vorfeld notwendig. Sind die gesundheitlichen Voraussetzungen entsprechend festgelegter Ein- und Ausschlusskriterien gegeben, so kann die Teilnahme am Lungensport unter Verwendung des Formulars 56 „Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport“ durch den behandelnden Arzt verordnet werden. Weitere Informationen: www.lungensport.org

Lungentransplantation

Transplantation eines Lungenflügels, beider Lungenflügel oder die kombinierte Transplantation von Herz und Lunge

Lungenvolumenreduktion

operative Entfernung der beim Emphysem am stärksten überblähten Lungenteile. Ziel ist, die Überdehnung des Brustkorbes zu vermindern und das Zwerchfell in eine günstigere Atemlage zu bringen. Heute werden überwiegend Verfahren angewandt, bei denen das Lungenvolumen über die Bronchoskopie verkleinert wird; siehe endoskopische Lungenvolumenreduktion (ELVR).

LVR

Lungenvolumenreduktion

Lymphangioleiomyomatose (LAM)

seltene Lungenerkrankung, Ursache ist ein Gendefekt. Glatte Muskelzellen wuchern in Lymphgefäßen und Bronchien, so dass gesundes Lungengewebe zerstört wird.

Lymphozyten

weiße Blutkörperchen, Teil der Immunabwehr. Es gibt T-Lymphozyten, die im Thymus, und B-Lymphozyten, die im Knochenmark (englisch "bone marrow") gereift sind; siehe Immunsystem

Lyse

Lösung, Auflösung

M

Makrophagen

große, bewegliche Zellen, die zum zellulären Immunsystem gehören. Sie entwickeln sich aus den im Blut zirkulierenden Monozyten. Monozyten können in das Gewebe migrieren und verbleiben dort für mehrere Wochen bis Monate als Gewebsmakrophagen. siehe Immunsystem

Mastzellen

Zellen der körpereigenen Abwehr, die Botenstoffe, unter anderem Histamin und Heparin, gespeichert haben

Mediatoren

Boten- oder Signalstoff, mit dessen Hilfe Zellen im Körper miteinander kommunizieren

MEF

siehe Lungenfunktion

Mendel

Gregor Johann Mendel war ein katholischer Priester und bedeutender Naturforscher, der die nach ihm benannten Mendel´schen Regeln der Vererbung entdeckte. Das Muster der Vererbung wird oft in Form eines Schaubildes/Diagramms dargestellt.

MMRC

(engl.) modified Medical Research Council, Fragebogen zur Quantifizierung der Schwere von Atemnot

Monoklonale Antikörper

gentechnisch hergestellte, hochspezifische Antikörper

Monotherapie

Behandlung mit nur einem Medikament bzw. einer Wirksubstanz

Monozyten

gehören zu den weißen Blutkörperchen, können die Blutbahn verlassen und werden dann zu Makrophagen; siehe Immunsystem

Morbidität

Krankheitshäufigkeit - Verhältnis der Anzahl der Erkrankungen zur Zahl der Gesamtbevölkerung in einem bestimmten Zeitraum

Mortalität

Sterblichkeit oder Sterberate: Verhältnis der Anzahl der Todesfälle zur Anzahl der Gesamtbevölkerung in einem bestimmten Zeitraum

Mukociliäre Clearance

Mechanismus zur Selbstreinigung der Bronchien

Mukolyse

Schleimlösung

Mukopharmaka / Mukolytika

Medikamente, die zähen Bronchialschleim lösen und dadurch ein Abhusten erleichtern

Mukovizidose

cystische Fibrose (CF) Erbkrankheit, bei der es zu einer Eindickung der Sekrete der Lunge und in anderen Organen kommt

Mukus

Schleim, Sekret der Schleimdrüsen, z. B. der Bronchien

Muskelkontraktion

aktive Verkürzung eines Muskels; Gegenteil: Muskelrelaxation

Mutation

Veränderung der Erbinformation

N

NASA

nationales ambulantes Schulungsprogramm für erwachsene Asthmatiker: Programm zur Schulung von Asthmatikern; siehe auch Patientenschulung

Neuraminidase

Enzym des Grippevirus, maßgeblich für die Aggressivität (Pathogenität) des Virus. Es ist für die Freisetzung von Influenzaviren aus der Zelle in den Körper verantwortlich und kann medikamentös gehemmt werden.

NIV

nichtinvasive Beatmung /Ventilation
siehe außerklinische Beatmung

Non-Compliance

Gegenteil von Compliance

Nosokomial

im Krankenhaus erworben(er Infekt)

Notfallplan

ein zwischen Arzt und Patient vereinbarter Vorgehensplan, in dem festgehalten ist, was der Patient z.B. in Atemnotsituationen oder bei niedrigen Peak-Flow-Werten tun soll.

Notfallspray

Bedarfsspray – schnell wirksames Spray (Adrenergikum, Betamimetikum, Sympathomimetikum), das bei Atemnot inhaliert wird

Noxe

Substanz oder ein Ereignis, das einem biologischen Organismus Schäden zufügt. Im erweiterten Sinn versteht man unter einer "Noxe" jede Art von Krankheitsursache.

O

O2

O ist das chemische Elementsymbol für Sauerstoff und steht für Oxygenium. Der Sauerstoffgehalt der Luft beträgt 21 Prozent. Sauerstoff ist ein Element, das unter Normalbedingungen als farb- und geruchloses Gas in zweiatomarer Form (O2) vorliegt.

Obstruktion

Verengung, Einengung (hier der Atemwege)

Obstruktiv

verengt, eingeengt
Beispiel COPD: Bei der chronisch- obstruktiven Atemwegserkrankung sind die Atemwege verengt.

Osteoporose

eine das Skelettsystem betreffende Erkrankung, die durch verminderte Knochendichte gekennzeichnet ist. Sie führt schließlich zu einer gesteigerten Gefährdung für Knochenbrüche.

Oximeter/Pulsoximeter

Gerät, das den Puls misst und die partielle Sauerstoffsättigung im Blut aufzeichnet. Die partielle Sauerstoffsättigung gibt an, welcher Prozentsatz des gesamten roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) mit Sauerstoff beladen ist. Bei gesunden Erwachsenen sind Werte ab 95 Prozent normal.

Ozon

Ozonhaltige Luft tritt im Sommer bei bestimmten Wetterlagen auf. Ein erhöhter Ozongehalt in der Atemluft kann die Schleimhäute reizen, zu Dyspnoe (Atemnot) führen. Chemisch besteht es aus drei Sauerstoffatomen (O3). Ozonmoleküle in der Luft zerfallen unter Normalbedingungen innerhalb einiger Tage zu biatomarem Sauerstoff (O2). Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel, das bei Menschen und Tieren zu Reizungen der Atemwege und der Augen führen kann. Andererseits schützt uns die Ozonschicht in der Stratosphäre vor Schädigungen durch die energiereiche und zellschädigende ultraviolette Strahlung der Sonne.

Ö

Ödem

„Wassersucht“ ist eine Schwellung des Gewebes aufgrund einer Einlagerung von Flüssigkeit.

P

Packungsjahre

englisch pack year (py): dient der Schätzung der über die Lebenszeit kumulativ konsumierten Zigarettenmenge und damit der Abschätzung des Risikos für bestimmte Erkrankungen wie z.B. Lungenkrebs. Zur Berechnung wird die Zahl der täglich konsumierten Zigarettenpackungen (Inhalt ca. 20 Stück) mit der Zahl der Raucherjahre multipliziert.

Beispiel: Ein Raucher raucht sechs Jahre lang zwei Packungen Zigaretten am Tag, somit ergeben sich (2 x 6) zwölf  Packungsjahre.

Pandemie

weltweite Ausbreitung einer Infektionskrankheit (z.B. Influenza)

Parasympathicus

siehe sympathisches Nervensystem

Partialdruck

Druck in einem Gasgemisch, der einem bestimmten Gas zugeordnet werden kann

Passivrauchen

Wenn man selber nicht rauchen, aber zu Hause oder am Arbeitsplatz Zigarettenrauchbelastung (häufig über den ganzen Tag) ausgesetzt wird. Nicht nur Rauchen, auch Passivrauchen schadet der Lunge

Patientenschulung

Je mehr ein Patient über seine Krankheit weiß, umso besser kann er diese bewältigen. Deshalb werden besonders für Asthma- und COPD-Patienten Patientenschulungen angeboten. Hier lernen Patienten ihre Erkrankungen besser zu verstehen, sie erfahren, wie sie die Therapie zu Hause selbst überwachen können und wie sie bei Beschwerden reagieren sollen (siehe auch COBRA/NASA).

PCO2

Partialdruck des Kohlendioxids

PDE-4-Hemmer

Phosphodiesterase-4-Hemmer, Substanzen, die das Enzym Phosphodiesterase IV hemmen. Das Enzym kommt u. a. in der Lunge vor. PDE-4-Hemmer wie z.B. Roflumilast, werden bei der Behandlung entzündlicher Prozesse bei der COPD eingesetzt.

Peak-Flow (PEF)

siehe Lungenfunktion

Peak-flow-Meter

einfach zu handhabendes Messgerät, das die Spitzengeschwindigkeit der Luft beim kraftvollen Ausatmen misst. Die Messung hilft, den Verlauf einer Lungenerkrankung zu kontrollieren. Mit dem Peak-Flow-Meter kann der Patient die Stabilität seiner Atemwege selbst kontrollieren und nach erfolgter Patientenschulung bei Bedarf Selbsthilfemaßnahmen einleiten.

Peak-Inspiratory-Flow (PIF)

siehe Lungenfunktion

Pertussis

Keuchhusten. Infektionskrankheit, die hauptsächlich im Kindesalter auftritt

PH-Wert des Blutes

gibt an, wie „sauer“ das Blut ist. Der pH-Wert ist über die Menge an Wasserstoff-Ionen (H+-Ionen) definiert. Die Höhe des pH-Wertes hängt von der Menge an Säuren und Basen im Körper ab. Er wird vor allem durch das Verhältnis von Kohlendioxid (CO2) zu Bikarbonat (HCO3) bestimmt.

Phänotyp

Summe aller Merkmale eines Individuums, die aus dem Zusammenwirken von Genen, Entwicklung und Umwelt geprägt sind.

Physiologisch

den normalen Lebensvorgängen im gesunden Organismus entsprechend

Physiotherapie

Krankengymnastik und physikalische Therapie (siehe auch Atemphysiotherapie)

Phytotherapie

Anwendung von Pflanzen, Pflanzenteilen oder deren Zubereitungen (z.B. Extrakte) als Heilmittel (Phytopharmaka). Die in der Phytotherapie angewendeten Präparate nennt man Phytotherapeutika.

Pleura/Pleuren

Brustfell oder Rippenfell; Doppelhaut aus äußerem Rippenfell und innerem Lungenfell, die die Lungenoberfläche auskleidet.

Pleurahöhle

Raum zwischen Rippenfell, Lungenfell und Zwerchfell; auch: Pleuraspalt

Pleuritis

Entzündung des Rippenfells

Pneumektomie

operative Entfernung eines Lungenflügels

Pneumokokken /-impfung

Pneumokokken sind häufig vorkommende Bakterien, die eine Lungenentzündung verursachen können und oft für plötzliche Verschlimmerungen von Atemwegserkrankungen verantwortlich sind. Deshalb wird verschiedenen Patienten z. B. mit COPD einmal im Leben eine Pneumokokken-Schutzimpfung empfohlen (siehe auch Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), www.rki.de).

Pneumokoniosen

Staublunge, Reaktion des Lungengewebes auf inhalierte Stäube. Je nach Auslöser wird gesprochen von z.B.

Aluminose → Aluminiumstaub
Anthrakose → Kohlenstaub
Asbestose → Asbest
Berylliose → Berylliumstaub
Byssinose → Baumwoll-, Hanf- oder Flachsstaub
Chalikose → Kalkstaub
Siderose → Eisenstaub
Silikose → Quarzstaub
Talkose → Talkum

Pneumologie

Lehre von den Erkrankungen der Atmungsorgane, Lungenheilkunde

Pneumonie

Lungenentzündung. Es wird vor allem zwischen der ambulant und der im Krankenhaus (nosokomial) erworbenen Pneumonie unterschieden.

Pneumothorax

Luftansammlung im Brustfellraum, der zu einem „Zusammenfallen der Lunge“ führt. Ein Pneumothorax kann durch Verletzungen oder im Verlauf einer bestehenden Grunderkrankung, z. B. Emphysem, aber auch spontan entstehen. Die Behandlung besteht darin, dass meist mittels eines Schlauches (Drainage) diese Luftansammlung wieder abgesaugt wird.

PO2

Abkürzung für den Partialdruck des Sauerstoffs

Polymorphismen

Auftreten verschiedener Genvarianten innerhalb einer Population (Bevölkerungsgruppe)

Prick-Test

Eine Form des Hauttests zur Ermittlung der für die allergische Erkrankung ursächlichen Allergene .

Primäre Ciliäre Dyskinesie (PCD)

auch primäre Ziliendyskinesie; genetisch bedingte Funktionsstörung der zilientragenden Zellen (insbesondere des respiratorischen Flimmerepithels). Die Flimmerhärchen der zilientragenden Zellen schlagen nicht koordiniert sondern durcheinander. Die mukoziliäre Clearance ist hierdurch erheblich eingeschränkt. Kartagener Syndrom: Bei einigen Patienten mit primärer Ziliendyskinesie sind zudem die Organe im Körper seitenverkehrt angeordnet (situs inversus).

Prognose

Vorhersage zum Verlauf einer Krankheit

Proteasen

Enzyme, die Proteine spalten. Eine genetisch bedingte Hemmung von Proteasen kann schwere Krankheitsbilder hervorrufen. So kann ein Lungenemphysem durch einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel entstehen, da die schädlichen Proteasen nicht mehr gehemmt werden.

Provokationstest

Untersuchung zum Nachweis einer übermäßigen Empfindlichkeit der Bronchien durch Inhalation bestimmter Substanzen. Die Provokation kann auch mittels einer Belastung (Treppensteigen) oder der Inhalation von kalter Luft erfolgen.

Pulmonale Hypertonie

PH oder PHT oder Lungenhochdruck
Infolge der Erhöhung des Gefäßwiderstandes im Lungenkreislauf ist der Blutdruck im Lungenkreislauf erhöht.

→ primäre pulmonale Hypertonie: idiopathische pulmonale Hypertonie, genaue Ursache unbekannt
→ sekundäre pulmonale Hypertonie: Folge einer anderen Grunderkrankung. Es werden insgesamt fünf große PH-Erkrankungsgruppen unterschieden.

Pulsoximeter

siehe Oximeter

Pulverinhalator

Dosiergerät zur Inhalation von Medikamenten, die in Pulverform vorliegen. Die richtige Anwendung der unterschiedlichen Pulverinhalatoren kann man sich im Internet auf YouTube ansehen: → Hier geht es zu den Videos der Atemwegsliga auf Youtube

R

RAST-Test

Radio-Allergo-Sorbent-Test, diagnostisches Verfahren, z.B. zum Nachweis spezifischer IgE-Antikörper aus dem Blut

Refraktär

unempfindlich, nicht beeinflussbar

Rehabilitation

Maßnahmen zur Linderung oder Beseitigung gesundheitlicher Störungen. Bei Atemwegserkrankungen stehen die Anpassung der medikamentösen Behandlung an den jeweiligen Schweregrad der Erkrankung, körperliches Training und Bewegungstherapie, Patientenschulung, Atem- und Physiotherapie, Ernährungsberatung sowie die soziale Betreuung im Vordergrund.

Relative Einsekundenkapazität

siehe Lungenfunktion

Reliever

Bedarfsmedikation – Bei der medikamentösen Asthmatherapie werden sogenannte Reliever für die Bedarfsmedikation und Controller für die Dauermedikation eingesetzt.

Remodelling der Atemwege

siehe Airway-remodelling

Residualvolumen (RV)

siehe Lungenfunktion

Resistance (R)

siehe Lungenfunktion

Resistenz

Widerstandsfähigkeit eines Lebewesens gegenüber äußeren Einflüssen. Krankheitserreger (z.B. Bakterien, Viren, Pilze) können Resistenzen gegenüber Medikamenten entwickeln, was zur Folge hat, dass die Medikamente nicht mehr wirken.

Respiration

Atmung

Respiratorische Insuffizienz

Störung des Gasaustausches in der Lunge mit krankhaft veränderten Blutgaswerten

Restriktion

Lungenfunktionsstörung mit Verminderung der Vitalkapazität und der Totalkapazität. Die Lungenoberfläche für den Gasaustausch ist vermindert. Eine restriktive Ventilationsstörung kann z.B. durch Vernarbungen bzw. Versteifung des Lungengewebes bei Lungenfibrose, nach Tuberkulose, Silikose oder durch operative Entfernung eines Lungenlappens eintreten.

Restriktiv

eingeschränkt (in Bezug auf das Lungenvolumen)

Retardtablette

Tablette, aus der das Medikament verlangsamt, dafür aber über einen längeren Zeitraum abgegeben wird.

Reversibel

umkehrbar

Rezeptor

Bindungsstelle, Andockstelle an einer Zelle für Botenstoffe

Rezidiv

Wiederauftreten (Rückfall)

Rhinitis

Schnupfen, wird durch Infekte (Viren) ausgelöst, kann aber auch allergisch bedingt sein.

RNA

Damit der Körper die Erbinformation umsetzen kann, wird die Erbinformation in RNA (Ribonukleinsäure) abgeschrieben. Überträger-RNA (messenger RNA) transportiert die Erbinformation in die Zellbestandteile, die dann den benötigten Stoff herstellen. (siehe auch Gen)

Röntgenstrahlen

energiereiche Strahlen, die in niedriger Dosierung zur Diagnose von Krankheiten (Röntgenaufnahmen) und in hoher Dosis zur Krebstherapie verwendet werden

RS-Viren

(engl.) Respiratory Syncytial-Viren; verursachen Entzündungen der Atemwege, vor allem im Kindesalter.

S

SABA

kurzwirksame Betamimetika (short-acting beta-2 agonists)

SAMA

kurzwirksame Anticholinergika (short-acting muscarinic antagonist), siehe Anticholinergika

Sarkoidose

Morbus Besnier-Boeck-Schaumann, Morbus Boeck, knötchenbildende Systemerkrankung des Gewebes mit verstärkter zellulärer Immunantwort. Meist sind Lymphknoten und das Lungengewebe betroffen. Die Ursache ist unbekannt.

SARS

Bei SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) handelt es sich um eine in 2002 in der südchinesischen Guangdong (Kanton) Provinz erstmalig aufgetretene ansteckende schwere Lungenentzündung. Verursacher ist ein bis dahin unbekanntes Corona-Virus.

Sauerstoff (O2)

wichtiger Bestandteil der Atemluft; Sauerstoff (O2) wird für die Stoffwechselprozesse der Körperzellen benötigt.

Schlafapnoe

Atemstörungen während des Schlafes mit folgenden Symptomen:
 → auffällige Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung in Alltags-Situationen, z.B. Lesen, Fernsehen
 → häufige Konzentrationsschwierigkeiten
 → das Gefühl, morgens unausgeschlafen oder sogar "gerädert" zu sein
 → Oft werden vom Partner starkes Schnarchen oder nächtliche Atemaussetzer beobachtet.
Obstruktive Schlafapnoe: beim Schlafen erschlafft die Rachenmuskulatur und blockiert die Atemwege
Zentrale Schlafapnoe: das Gehirn sendet dem Körper keine Signale zum Einatmen

Sekret

aus dem Lateinischen secretio „Absonderung“. Mukus, Sputum, Schleim oder Auswurf. Schleim, der von den Becherzellen und Schleimdrüsen in den Schleimhäuten z.B. in den Bronchien produziert wird. Im Körper gibt es eine Vielzahl von Sekreten.

Sekretolyse

Verflüssigung oder Lösen von z.B. zähem Bronchialsekret, um das Abhusten des Auswurfs zu erleichtern. Dies erfolgt durch Arzneimittel und/oder physiotherapeutische Maßnahmen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, heiße Getränke und Inhalationen können unterstützend wirken.

Sekretolytika

schleimlösende Mittel

Sekundenluft

= FEV1: Exspiratorisches Volumen während der ersten Sekunde einer forcierten Ausatmung. Zeigt an, wie viel Liter Luft Sie bei maximaler Anstrengung in einer Sekunde ausatmen können (Sekundenluft)

Sensibilisierung

geht der Entwicklung einer Allergie voraus. Dabei legt das Immunsystem IgE-Antikörper oder spezielle Immunzellen an, die in der Lage sind, ein bestimmtes Allergen zu erkennen. Eine Sensibilisierung ermöglicht die Reaktionsfähigkeit auf ein bestimmtes Allergen, führt aber nicht zwangsweise zu einer Allergie.

Silikose

Reaktion des Lungengewebes auf inhalierte, kristalline Kieselsäure (Quarz), die zu schweren Lungenzerstörungen mit Knötchenbildung und Vernarbung führt. Es kann zu COPD, Emphysem und pulmonaler Hypertonie kommen. "Bergarbeiter-Krankheit", allerdings sind auch verwandte Berufe wie Zahntechniker, Steinhauer, Steinbrucharbeiter betroffen. Anerkannte Berufskrankheit; siehe auch: Pneumokoniose

Sonographie

Ultraschalluntersuchung

Soor

Sammelbegriff für alle Erkrankungen, die durch Pilze der Gattung Candida verursacht werden. Es können unterschiedliche Körperstellen betroffen sein, z.B. Mund und Rachen, Speiseröhre, Magen-Darm-Trakt, äußere Geschlechtsorgane, innere Organe, Windelbereich bei Babys.

Spacer

Inhalationshilfe. Dosieraerosole können auch mit Spacer verwendet werden. Dadurch wird die Koordination zwischen Einatmung und Auslösung des Sprühstoßes erleichtert. Bei einem kortisonhaltigen Dosieraerosol sollte eine Inhalationshilfe verwendet werden, um die Nebenwirkungen des inhalierten Kortisons in Mund und Rachen zu verhindern. Videos zur richtigen Anwendung verschiedener Spacer:  → Hier geht es zu den Videos

Spezifische Immuntherapie (SIT)

(allergen)spezifische Immuntherapie (ASIT/SIT), auch Hyposensibilisierung genannt. Behandlung zur langfristigen Dämpfung der allergischen Reaktion. Dem Patient wird dabei das relevante Allergen in steigender Dosierung verabreicht, um das Immunsystem daran zu "gewöhnen".

Spirometer

Gerät zur Messung der Lungenfunktion. Die Auswertung gibt Anhaltspunkte für das Vorliegen z. B. einer Verengung der Atemwege; siehe Lungenfunktionsprüfung Spirometrie

Spirometrie

Lungenfunktionsmessung

Sputum

Auswurf

Stammbronchien

Hauptbronchien in der Lunge

Stationäre Rehabilitation

Rehabilitationsmaßnahmen im Rahmen eines Aufenthalts von einigen Wochen in einer Reha-Klinik

Steroide

siehe Kortison

Substitution/-therapie

Bei der Substitutionstherapie werden dem Körper Stoffe zugeführt, die der Körper aufgrund einer Erkrankung oder Funktionsschwäche nicht oder nur in unzureichender Menge produziert.

Superinfektion

bezeichnet medizinisch eine Sekundärinfektion mit Bakterien. Oft ist das unmittelbar im Anschluss an einen Virusinfekt der Fall.

Sympathisches Nervensystem

Sympathikus, Teil des vegetativen Nervensystems. Das vegetative Nervensystem reguliert unbewusste und vom Willen unabhängige Vorgänge, wie z.B. Herzschlag, Atmung, Darmtätigkeit etc. und setzt sich u.a. aus zwei Gegenspielern zusammen: Sympathikus und Parasympathikus. Der Sympathikus aktiviert den Körper und stellt Energie bereit. Der Gegenspieler Parasympathikus bewirkt Ruhe, Erholung und Schonung.

Sympathomimetika

siehe Betamimetika

Syndrom

Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammentreffen verschiedener charakteristischer Symptome ergibt

Synkope

spontane, kurz andauernde Bewusstlosigkeit

Systemische Therapie

Behandlung mit Therapeutika, die nicht nur lokal (topische Therapie) wirken, sondern überall dort, wo sie durch den Blutkreislauf hingebracht werden

T

T-Helferzellen

bestimmte weiße Blutkörperchen, Subgruppe der T-Lymphozyten, erkennen Antigene; siehe Immunsystem

Tabakentwöhnung

Tabakkonsum ist eine der Hauptursachen für die Entstehung vieler Erkrankungen, vor allem der COPD und des Lungenkarzinoms. Mit dem Rauchen aufzuhören ist schwer, jedoch ein wichtiger Schritt zur Vorbeugung. Auch bereits bestehende Erkrankungen können durch den Rauchstopp im Verlauf günstig beeinflusst werden. Tabakentwöhnung kann
durch eine individuelle Willensentscheidung und/oder mit Hilfe von speziellen Tabakentwöhnungsprogammen erfolgen, die im Rahmen einer fachlichen Betreuung medikamentöse und psychologische Maßnahmen miteinander verbindet.

Targetstrukturen

Target (engl. für „Ziel“) ist ein Molekül, an das ein Wirkstoff binden kann. Der Wirkstoff entfaltet genau dadurch seine Wirkung.

TB/TBC

siehe Tuberkulose

Theophyllin

Medikament, in Tablettenform, das die Bronchien erweitert (meist als Retardtablette) oder zur Injektion.

Thermoablation

endoskopisches Verfahren, bei dem Gewebe gezielt durch den Einsatz von Hitze zerstört wird

Thorax

Brustkorb

Topische Therapie

Behandlung mit einem Therapeutikum (z.B. Kortison-Spray), das direkt an der Stelle des Körpers wirkt, die behandelt werden soll (z.B. an den Bronchien), da es topisch/lokal verabreicht wird

Torwartstellung

atemerleichternde Körperhaltung, bei der im breitbeinigen Stand der Oberkörper leicht nach vorne gebeugt wird und die Hände oberhalb der Knie auf dem Oberschenkel abgestützt werden. Die Finger sollten nach innen gedreht sein.

Totalkapazität

gesamtes Fassungsvermögen der Lunge

Totalkapazität

siehe Lungenfunktion

Trachea

Luftröhre

Tregs

regulatorische T-Zellen (TReg), früher: Suppressor-T-Zellen Untergruppe der T-Zellen. Unterdrücken die Aktivierung des Immunsystems, verhindern die Entstehung von Autoimmunkrankheiten.

Trokar

chirurgisches Instrument, mit dem ein Zugang zu einer Körperhöhle (z. B. Bauchraum, Brustraum) geschaffen werden kann, z.B. um mit einer Optik (Endoskop) in diese Höhle zu schauen.

Trommelschlägelfinger

Verdickungen an den Fingerendgliedern, typische Begleiterscheinung von Lungen- und Herzkreislauferkrankungen. Trommelschlägelfinger entstehen durch Sauerstoffmangel und der daraus resultierenden Neubildung von Kapillargefäßen.

Tuberkulose (TB/TBC)

Infektionskrankheit, die durch Mykobakterien hervorgerufen wird. Erreger der Tuberkulose beim Menschen ist das Mycobacterium tuberculosis.

Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)

Signalstoff des Immunsystems; trägt zum Entzündungsprozess bei.

U

Uhrglasnägel

krankhaft veränderte Finger- (seltener Zehen-) Nägel. Sie treten meist nicht allein, sondern in Zusammenhang mit Trommelschlägelfingern auf. Dabei sind die Nägel wegen der Verdickung der Fingerendglieder kolbenförmig aufgetrieben. Die Nägel sind größer, rundlich geformt und stark nach außen gewölbt. Ursache ist ein chronischer Mangel an Sauerstoff im Gewebe (Hypoxie).

Ultraschall

diagnostisches Verfahren: Mit Hilfe von Ultraschallwellen werden Gewebestrukturen oder Organe abgebildet.

Ultraschallvernebler

siehe Feuchtinhalation

Unilateral

einseitig

V

VCD (Vocal Cord Dysfunction)

plötzlich auftretende paradoxe Schließbewegung der Stimmlippen, die akut zu Atemnot unterschiedlicher Intensität führt. Diese funktionelle Störung kann im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter auftreten. Sie beruht vermutlich auf einer funktionellen Überempfindlichkeit des Kehlkopfs.

Ventilation

Belüftung der Lunge während der Atmung

Ventilationsstörungen

Belüftungsstörung der Lunge bzw. Behinderung des Gasaustauschs in der Lunge. Man unterscheidet zwischen obstruktiver und restriktiver Ventilationsstörung. Obstruktive Ventilationsstörung: Erhöhung des Strömungswiderstands in den Atemwegen, z. B. durch eine Verengung der Bronchien (Asthma bronchiale u.a.). Restriktive Ventilationsstörung: Behinderung des Gasaustauschs durch vermindertes Volumen der Lunge (z. B. durch Lungenfibrose).

Ventile

hier Bronchialventile werden zur Verminderung des Lungenvolumens bei Lungen-Überblähung mit einem Katheter endoskopisch (im Rahmen einer Bronchoskopie) in die Bronchien der Lungensegmente eingelegt. Durch die Ventile kann die Luft aus- aber nicht einströmen und die nachgeschalteten Lungenabschnitte entblähen sich (Lungenvolumenreduktion).

Vitalkapazität

VK, VC oder IVC. Zeigt an, wie viel Liter Luft Sie nach einer tiefen Ausatmung während einer langsamen, maximal tiefen Einatmung in die Lunge einatmen können.
„I“ steht für Inspiration = Einatmung

W

Weaning

Das Wort to wean ist englisch und bedeutet entwöhnen. Als weaning bzw. Beatmungsentwöhnung wird die Phase der Entwöhnung eines beatmeten Patienten vom Beatmungsgerät bezeichnet.

Weiße Blutkörperchen, Leukozyten

Zellen, die Teil des Immunsystems sind und keinen roten Farbstoff (Hämoglobin) besitzen

X

Xanthine

Xanthin ist eine natürlich vorkommende Substanz des Nukleotidstoffwechsels. Zu der Stoffklasse der Xanthine gehören Substanzen wie Theophyllin und Aminophyllin, die therapeutisch zur Erweiterung der Atemwege eingesetzt werden. In die Gruppe der Xanthine fällt auch Koffein.

Z

Zilien

bewegliche Zellfortsätze, z.B. Flimmerhärchen der Bronchien. Sie sitzen auf den Zellen, die die Atemwege auskleiden (Epithelzellen).

Zwerchfell

großer, kuppelförmiger Muskel, der Brust- und Bauchraum voneinander trennt; wichtiger Muskel für die Atmung

Zwerchfellatmung

Die Bauchatmung (Abdominalatmung) oder auch Zwerchfellatmung (Diaphragmalatmung) ist eine normale, ruhige Atmungsform. Den eher durch Bewegungen des Brustkorbes dominierten Atmungstyp nennt man Brustatmung.

Zyanose

blaurötliche Färbung der Lippen, Schleimhäute und der Haut infolge eines Sauerstoffmangels oder schlechter Durchblutung

Zytokine

Botenstoffe des Immunsystems

A

A/H1N1

Typ eines bestimmten Influenzavirus, auch bekannt als Schweinegrippe

A/H5N1

Typ eines bestimmten Influenzavirus, auch bekannt als Vogelgrippe

Acetylcholin

Botenstoff der Nervenzellen zu den Muskelzellen, der eine Verengung der Bronchien auslösen kann.

ACO

Asthma-COPD-Overlap: Die Betroffenen leiden an Asthma- und an COPD-Symptomen

Adhärenz

Adhärenz (engl. ad-herence für Befolgen, Festhalten) bedeutet Einhaltung der gemeinsam vom Patienten und dem medizinischen Fachpersonal (Ärzte, Pflegekräfte) gesetzten Therapieziele. Das Einhalten von Therapieplänen und  der Therapieerfolg liegen in der gemeinsamen Verantwortung von Fachleuten und dem Patienten. Alle Beteiligten sollen gleichberechtigt zusammen arbeiten.
Das bedeutet für den Patienten:

  • aktives Mitwirken am Gesundungsprozess,
  • befolgen ärztlicher Empfehlungen, wie z. B. die Einnahme von Medikamenten oder Änderungen des Lebensstils.

Für das medizinische Fachpersonal bedeutet Adhärenz:

  • die Aufklärung und Information zu den Zielen der Behandlung und über die verordneten Arzneimittel sowie
  • die Anpassung der Therapie auf die individuellen Möglichkeiten und Bedürfnisse des Patienten.
Adjuvante Therapie

ergänzende oder unterstützende Therapiemaßnahme

Adrenalin

Hormon, das in den Nebennieren produziert wird. Es ist der Überträgerstoff im sympathischen Nervensystem.
Adrenalin beschleunigt u.a. die Herztätigkeit, lässt den Blutdrucks steigen, führt zur Verengung der Gefäße und zur Erweiterung der Bronchien. Es wird zur Behandlung von Schockzuständen eingesetzt.

Adrenergika

siehe Betamimetika

Aerosol

Feiner Nebel mit kleinsten Teilchen, die im Nebel schweben. Aerosole können für die Verabreichung von inhalierbaren Medikamenten werden, z.B. in Dosier-Aerosolen oder bei der Feuchtinhalation.

Aerosoltherapie

Inhalation von Medikamenten in einem Aerosol. Das Medikament gelangt auf diese Weise direkt an das Zielorgan, d.h. in die Atemwege. Der Vorteil der Inhalation eines Medikamentes im Vergleich zur Tablette oder Spritze besteht darin, dass die Substanz rasch den Wirkungsort erreicht. Darüber hinaus ist das Verhältnis von Wirkung/Dosis vorteilhafter als bei Gabe von Tabletten oder Spritzen.

AG Lungensport

Die Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland e.V. ist ein Zusammenschluss von Personen und Institutionen zur Förderung der Bewegungstherapie und des körperlichen Trainings sowie zur Etablierung gesundheitsfördernder Maßnahmen für Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten. Die Verbesserung der Belastbarkeit durch regelmäßiges körperliches Training ist neben der medikamentösen Therapie ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Behandlung. Die AG Lungensport fördert, berät und unterstützt aktiv beim Aufbau von Lungengruppen in Deutschland.
AG Lungensport in Deutschland e.V.
Raiffeisenstr. 38
33175 Bad Lippspringe
www.lungensport.org

Airway remodelling

Bei einer chronischen Entzündung der Bronchien kommt es zu strukturellen Veränderungen durch eine vermehrte Einlagerung von Kollagen. Dies beinhaltet eine Verdickung der Bronchialwände durch verstärktes Wachstum von Muskelzellen, Bindegewebe und Blutgefäßen sowie eine Zunahme der Schleim bildenden Drüsenzellen mit verstärkter Schleimproduktion.

Akut

plötzlich auftretend

Akute Bronchitis

plötzlich auftretende Entzündung der Schleimhäute der Bronchien, die in den meisten Fällen durch Viren verursacht wird. Die akute Bronchitis wird auch als „Erkältung“ oder „Infekt“ bezeichnet.

Allele

gleiche oder unterschiedliche Formen eines Gens am selben Ort homologer Chromosomen. Ein Mensch besitzt jeweils zwei Allele, von jedem Elternteil eines.

Allergen

Substanz, die eine allergische Reaktion bei bezüglich Allergenen empfindlichen Personen hervorruft.

Allergenkarenz

Vermeidung von Allergenen

Allergie

Überreaktion des Immunsystems gegenüber körperfremden, eigentlich unschädlichen Substanzen

Allergiediagnostik

Bei der Feststellung/Diagnose einer Allergie werden unterschiedliche Testverfahren verwendet:

  • Prick-Test (Hauttest)
  • Rast-Test (Blutuntersuchung auf Antikörper)
  • Provokationstest (prüft, ob die Atemwege auf ein bestimmtes Allergen allergisch reagieren)
Allergologe

Fachärzte für Allergologie haben sich auf die Behandlung von Allergien spezialisiert und kennen die Ursachen für deren Entstehung, können die individuelle Ausprägung der jeweiligen Erkrankungen einschätzen und die angemessene Behandlung einleiten. Die Zusatzbezeichnung „Facharzt für Allergologie“ darf ein Arzt erst dann führen, wenn er sich nach einer mehrjährigen Weiterbildung fundierte Kenntnisse über dieses komplexe Krankheitsbild angeeignet hat. Bei dieser Weiterbildung erlernt er verschiedene diagnostische Verfahren und erwirbt detaillierte Kenntnisse zu modernsten Therapie-Methoden. Viele Haut- und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, aber auch Kinder- und Lungenfachärzte haben sich auf Allergien spezialisiert.

Allergologie

Als Allergologie wird das medizinische Fachgebiet bezeichnet, das sich mit der Erforschung und Behandlung von Allergien beschäftigt.

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

Bei manchen Menschen fehlt von Geburt an ein Eiweißkörper der die Lunge schützt, das Alpha-1-Antitrypsin. Diese Patienten entwickeln häufig frühzeitig ein Lungenemphysem, ganz besonders dann, wenn sie rauchen.

Alveolen

Alveolen (Lungenbläschen) sitzen am Ende des verästelten Bronchialbaums. In den Alveolen findet der Gasaustausch statt. Der eingeatmete Sauerstoff diffundiert durch die feine Membran der Lungenbläschen in die kleinsten Blutgefäße (Kapillaren). Kohlendioxid tritt von den Blutgefäßen in die Lunge über und kann auf diese Weise ausgeatmet werden.

Ambulante Rehabilitation

Rehabilitationsmaßnahmen, die wohnortnah / vor Ort angeboten werden.
Siehe Rehabilitationsmaßnahmen; Lungensport

Ampelsystem

Hilfsmittel zur Beurteilung der der Stabilität der Atemwege
Dieses System hat sich im Alltag aufgrund seiner Einfachheit bewährt. Wie im Straßenverkehr gilt:
Grüne Zone:       Freie Fahrt, die Atemwege sind stabil.
Gelbe Zone:       Achtung, die Atemwege sind labil, jetzt müssen Sie reagieren.
Rote Zone:         Stop, Notfall, die Atemwege sind instabil, hier müssen Sie sofort reagieren.

Um mit dem Ampelschema die Stabilität der Atemwege zu interpretieren, wird der morgendliche Peak-Flow-Wert mit dem persönlichen Bestwert verglichen:
Grüne Zone:       Morgenwert zwischen 80 und 100 % des Bestwertes.
Gelbe Zone:       Morgenwert zwischen 50 und 80 % des Bestwertes.
Rote Zone:         Morgenwert unter 50 % des Bestwertes.

Analgetika

Arzneimittel zur Schmerzbekämpfung

Anamnese

Erhebung der Krankengeschichte (Art, Beginn, Verlauf der Erkrankung, usw.) im Gespräch zwischen Arzt und Patient

Anaphylaktische Reaktion

rasch einsetzende, bedrohliche allergische Reaktion.
Sie kann zum Kollaps und zu einem Schock führen (anaphylaktischer Schock). Bei fehlender ärztlicher Hilfe besteht die Gefahr, dass der Patient im anaphylaktischen Schock stirbt.

Antiallergika

Arzneimittel gegen Allergien. Sie verhindern die allergische Reaktion oder blockieren den Ablauf der Allergie. Es handelt sich um Medikamente, die regelmäßig bei Allergenkontakt genommen werden müssen.

Antibiotika

Mit Antibiotika lassen sich Infektionen behandeln, die durch Bakterien hervorgerufen werden. Die Bakterien werden bei dieser Behandlung abgetötet oder an der Vermehrung gehindert. Antibiotika sind bei einer Virus-Infektion z.B. im Rahmen einer Erkältung wirkungslos, können aber beispielsweise zur Bekämpfung einer dazukommenden bakteriellen Infektion - sogenannte „Superinfektion“ - eingesetzt werden und verhindern so eine weitere Verschlechterung.

Anticholinergika

gehören wie die Betamimetika zu den Atemwegserweiterern. Anticholinergika werden häufig bei der Asthma- und COPD-Therapie eingesetzt.
Angriffspunkt dieser Substanzgruppe ist der so genannte muskarinische Acetylcholinrezeptor. Anticholinergika docken dort an und hemmen so die Wirkung des natürlichen Botenstoffs Acetylcholin. In den Atemwegen führt dies zu einer Entspannung der glatten Muskulatur und somit zu einer Erweiterung der Bronchien. Auch die Schleimproduktion wird durch Anticholinergika vermindert.

Antigen

körperfremder Stoff, auf den das Immunsystem reagiert, löst Antikörperbildung aus.

Antihistaminika

Antihistaminika, auch Histamin-Rezeptorblocker oder Histamin-Rezeptorantagonisten genannt, sind Wirkstoffe, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin abschwächen oder aufheben. Sie blockieren die Wirkung von Histamin bei der allergischen Reaktion.

Antikörper

Abwehrstoffe des Körpers;
Eiweiße, die als Reaktion auf bestimmte Stoffe, sogenannte Antigene, gebildet werden. Antikörper stehen im Dienste des Immunsystems. Sie reagieren mit Antigenen (das können z.B. Fremdkörper oder Bakterien sein) und machen die Eindringlinge unschädlich.

Antileukotriene

Medikamente zur Asthmabehandlung in Tablettenform. Leukotriene sind körpereigene Botenstoffe, die eine wichtige Rolle bei entzündlichen und allergischen Vorgängen spielen. Die korrekte Bezeichnung der Medikamente lautet: Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten.

Antitussiva

Arzneimittel, das den Husten dämpft bzw. stillt.

Apnoe

Atemstillstand
mehr oder weniger langes Aussetzen der Atmung oder willentliches Anhalten der Atmung (z.B. Apnoetauchen)

Apoptose

programmierter Zelltod; Zellen begehen "Selbstmord" indem ein auf den Genen festgelegtes Programm eingeschaltet wird.

ARDS

Akutes Lungenversagen (Adult Respiratory Distress Syndrome)

Arterien und Arteriolen

Arterien befördern Blut vom Herzen weg. Sehr kleine Arterien heißen Arteriolen. Arteriolen gehen in die sogenannten Haargefäßen (Kapillaren) über.

Asbestose

(Asbestlunge) entsteht durch die Einatmung und Ablagerung von Asbeststaub in den Atemwegen. Eine Asbestose kann zu einer Vernarbung des Lungengewebes, aber auch zu Lungenkrebs führen. Die Gefahr einer Asbestose steigt mit den Jahren der Asbest-Exposition.

ASIT/SIT

siehe spezifische Immuntherapie

Asthma / Asthma bronchiale

„Asthma“ ist aus dem Griechischen abgeleitet und bedeutet „Keuchen“ oder „schweres Atmen“.
Asthma ist die Folge einer anhaltenden Entzündung der Atemwege. Die Atemwege reagieren überempfindlich auf verschiedene Reize und sind zeitweise verengt.
Die typischen Beschwerden sind

  • Die Atemnot ist häufig anfallsartig und tritt vor allem nachts oder in den frühen Morgenstunden auf.
  • Pfeifendes Geräusch beim Atmen (Giemen),
  • Engegefühl in der Brust,
  • Husten
Asthma, allergisch

Ursache de Asthmas ist eine Allergie.

Asthma, eosinophil

Asthmaform, bei der im Blut die Zahl der eosinophilen Granulozyten erhöht ist.

Atembewegungen

Die Bewegungen beim Ein- und Ausatmen werden durch Muskeln, den Zwischenrippenmuskeln und dem Zwerchfell bewirkt. Die Atembewegungen sind durch das Heben und Senken des Brustkorbs gekennzeichnet. Beim Einatmen ziehen sich die Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell zusammen. Dadurch heben sich die Rippen (der Brustkorb). Das Zwerchfell wird flacher und senkt sich. Dies bewirkt eine Vergrößerung des Brustraums. Die Lunge vergrößert sich, Luft strömt über die Atmungswege in die Lunge.
Erschlaffen die Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell, senken sich die Rippen (der Brustkorb). Das Zwerchfell hebt sich. Dies bewirkt eine Verkleinerung des Brustraums. Die Luft wird aus der Lunge gedrückt. Sie wird ausgeatmet.
Die Änderung des Brustumfanges beim Ein- und Ausatmen kann man am Körper beobachten

Atemerleichternde Körperhaltungen

Es gibt ganz bestimmte Körperhaltungen oder Körperstellungen, die das Atmen erleichtern. Die bekanntesten sind:

  • Seitenlage im Bett, auf der Liege / Couch
  • Kutschersitz
  • Reitsitz
  • Torwartstellung
  • Abstützenim Stehen (mit einer Hand oder dem Ellenbogen an einer Wand 
    oder an einem Baum leicht abstützen)
Atemfrequenz

Anzahl der Atemzüge pro Minute

Atemhilfsmuskulatur

Muskeln, die zusätzlich zu den Hauptatemmuskeln bei erschwerter Atmung für die Ein- und Ausatmung gebraucht werden.

Atemmuskeltraining

gezieltes Training zur Kräftigung der Atemmuskulatur. Informationen stellt die Arbeitsgemeinschaft Atemmuskeltraining unter www.atemmuskeltraining.com zur Verfügung

Atemnot (Dyspnoe, Lufthunger etc.)

Atemnot gehört neben Husten (mit oder ohne Auswurf), Bluthusten und Brustschmerz zu den Hauptsymptomen bei Erkrankungen der Atemwege und der Lungen. Außerdem ist sie ein typisches Symptom bei Herzschwäche.

Atemnotanfall

anfallsweise auftretende Atemnot, typisch z.B. für Asthma

Atemphysiotherapie

Die physiotherapeutische Atemtherapie, auch Atemphysiotherapie genannt, beinhaltet aktive und passive Techniken und Maßnahmen, die unterstützend bei der Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen (z.B. Asthma, COPD) eingesetzt werden. Die Atemphysiotherapie findet auch Anwendung zur Verbesserung der Atemfunktion vor Operationen, zur Vermeidung von lungenbedingten Komplikationen nach Operationen und bei der Entwöhnung von der Beatmung.

Adressen von Atemphysiotherapeuten sind unter Spezialistensuche im Servicebereich veröffentlicht:
www.atemwegsliga.de/physiotherapeuten.html

Atempumpe

die Gesamtheit aller anatomischen und funktionellen Einheiten, die eine Belüftung der Lunge ermöglichen: Atemzentrum im Gehirn, Nerven, Atemmuskulatur und Brustkorb

Atemtechniken

Je nach Atemfunktionsstörung werden in der Physiotherapie unterschiedliche Atemtechniken angewandt. Sie sollen zu einer Erleichterung der Atmung führen. Ein- und Ausatemtechniken sowie Techniken zur Befreiung der Atemwege von zähem Schleim gehören dazu. Die bekannteste Atemtechnik bei beginnender Atemnot ist die sogenannte Lippenbremse. Sie verhindert das Zusammenfallen der Atemwege.

Atemwegsobstruktion

Verengung der Bronchien. Die Verengung kann unterschiedliche Ursachen haben, z.B. Krampf der Bronchialmuskulatur, Schleimhautschwellung, Verlegung durch zähen Schleim oder Fremdkörper. Aufgrund der Behinderung des Luftstroms tritt Atemnot auf.

Atemwegsspiegelung

siehe Bronchoskopie

Atopie

genetisch bedingte Bereitschaft, auf bestimmte Stoffe oder Umwelteinflüsse allergisch zu reagieren.

Außerklinische Beatmung

(früher Heimbeatmung) Beatmung wird zu Hause, d.h. außerhalb der Klinik angewandt, wenn die Atmung dauerhaft unzureichend ist. Man unterscheidet nichtinvasive (Maske) und invasive (Zugang über die Luftröhre) außerklinische Beatmung.
Bei einem Ausfall der Atempumpe ist die Beatmung lebensnotwendig und muss daher 24 Stunden pro Tag dauerhaft vorgenommen werden.
Eine intermittierende Beatmung wird durchgeführt, wenn lediglich eine Überlastung der Atempumpe besteht. Die Beatmung wird vor allem in den Nachtstunden genutzt, um die Atmung zu entlasten. Die intermittierende Beatmung wird meist über eine Maske durchgeführt, die sich der Betroffene selbst aufsetzt.

Auskultation

Abhören der Lunge mit einem Stethoskop

Auswurf

Sputum, Expektorat
ausgehustete Absonderung der Atemwegsschleimhaut

AZV

Atemzugvolumen

Ä

Ätiologie

Lehre von den Krankheitsursachen und ihren auslösenden Faktoren

B

Becherzellen

schleimbildende Zellen in der Bronchialschleimhaut

Betamimetika (Beta2-Sympathomimetika)

Medikamente, die die Bronchien erweitern (dilatieren). Aufgrund dieser Eigenschaft gehören Betamimetika zu den Bronchodilatoren. Andere  Bezeichnungen sind Adrenergika, Beta2-Sympathikomimetika oder Sympathikomimetika.
Betamimetika werden zur Behandlung von Asthma oder COPD meist als Spray oder Pulver verordnet. Auch als Retard-Tabletten kommen sie zum Einsatz.

BGA

siehe Blutgasanalyse

Biologics (Biologika)

biologische, zumeist in gentechnischen Verfahren hergestellte Medikamente

Blutgasanalyse

Blutproben werden aus dem gut durchbluteten Ohrläppchen oder aus Blutgefäßen entnommen. In diesen Proben werden der Sauerstoff- und Kohlendioxid-Druck, der pH-Wert sowie der Säure-Basen-Haushalt bestimmt. Die Blutgasanalyse (BGA) zeigt, wie sehr die Atemfunktion bei einer Störung beeinträchtigt ist.

Blutgaswerte

Konzentration von Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut:
Sauerstoffpartialdruck = pO2
Kohlendioxidpartialdruck  = pCO2

Bodyplethysmografie

Verfahren zur Messung der Lungenfunktion. Der Patient sitzt dabei in einer Kammer und atmet in ein Messgerät. Die Auswertung gibt Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Atemwegserkrankung.

Borg-Skala

Mittels der Borg-Skala (0-10) beurteilt ein Patient sein subjektives Anstrengungsempfinden im Alltag und beim Training sowohl in Bezug auf Atemnot/ Atembeschwerden als auch auf die körperliche Belastung selbst. Neben der Trainingssteuerung kann der geschulte Patient mit Hilfe der Borg-Skala auch im Alltag sein Bewegungstempo einteilen bzw. Tätigkeiten in einzelne Bewegungselemente aufteilen, um körperlich anstrengende Aktivitäten ohne Notfallsituation zu bewältigen.

Bronchialbaum

System aus Bronchien und Bronchiolen. Man spricht von einem Bronchialbaum, weil das Bronchialsystem mit der Luftröhre (Trachea), den Stammbronchien, den Lappenbronchien, den Segmentbronchien und den immer feiner werdenden Verästelungen bis hin zu den Bronchiolen und den Lungenbläschen (Alveolen) wie ein auf den Kopf gestellter Baum aussieht.

Bronchialinfekt

Infektion der Bronchien durch Viren oder Bakterien. Gerade bei Patienten mit COPD oder mit Bronchiektasen treten solche Bronchialinfekte relativ häufig auf und können zu einer Verschlechterung der Grunderkrankung führen. Sie sind dann mit „harmlosen Erkältungen“ nicht zu vergleichen.

Bronchialkarzinom

eine von den Bronchien ausgehende bösartige Geschwulst (= Lungenkrebs). Hauptursache ist langjähriges Rauchen. Weitere aber seltenere Auslöser sind arbeitsplatzbezogene oder umweltbedingte Schadstoffe wie z.B. Asbest.

Bronchialmuskulatur

Bronchien und Bronchiolen sind ein Röhrensystem, durch das Luft zu den Alveolen geleitet wird. Bronchien haben einen größeren Durchmesser als Bronchiolen. Die Wände der Bronchien werden durch Knorpelspangen
verstärkt.
Um die Röhren ziehen sich Stränge glatter Muskulatur. Wenn die Muskeln der Bronchien sich verkrampfen, werden die Bronchien eng. Atemnot kann auftreten.

Bronchialobstruktion

siehe Atemwegsobstruktion

Bronchialschleimhaut

Mit der Luft werden auch feste Stoffe, Pollen, Staub oder andere Partikel eingeatmet. Nicht alles kann wieder
einfach ausgeatmet werden.

Damit die Lunge sauber bleibt, ist die Innenseite der Atemwege mit einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet. Diese Bronchialschleimhaut besitzt schleimproduzierende Becherzellen und Flimmerhärchen (Zilien). Der Schleim der Becherzellen fängt die Fremdkörper ab. Die beweglichen Flimmerhärchen transportieren
den Schleim stetig aus der Lunge heraus. Im Rachen angekommen, wird der Schleim einfach verschluckt.

Eine dauerhafte, übermäßige Schleimproduktion kann auf eine Lungenerkrankung wie zum Beispiel COPD hinweisen.

Bronchialsekret

Auswurf, Schleim, Sputum; schleimiges Sekret der Bronchien und unteren Atemwege

Bronchialsystem

Luftwege der Lunge

Bronchiektasen

Bronchialerweiterung: Es gibt eine angeborene Form, die auf einer Entwicklungsstörung der Lunge beruht. Meistens entstehen Bronchiektasen aber nach Infektionen im Kindesalter. Die Bronchialerweiterung führt dazu, dass der  physiologische Sekrettransport durch die Flimmerhärchen in den Atemwegen gestört ist und das Bronchialsekret wie in einem Syphon an den tiefsten Stellen liegen bleibt. Das nicht abtransportierte Sekret kann von Bakterien besiedelt werden. Durch die anhaltende Entzündung kommt es zur Zerstörung von Lungengewebe.

Bronchien

Die Luftröhre (= Trachea) teilt sich in die zwei Hauptbronchien, welche in die beiden Lungenflügel eintreten. Die Hauptbronchien wiederum gabeln sich weiter auf zu Bronchien und Bronchiolen, die in den Lungenbläschen (= Alveolen) enden. Über die Bronchien wird die sauerstoffreiche Luft zu den Lungenbläschen geleitet und die kohlendioxidreiche Luft von den Alveolen aus dem Körper heraus transportiert. D. h. die „verbrauchte“ Luft wird ausgeatmet und „frische“ Luft eingeatmet.

Bronchiolen

kleinste Abzweigungen der Bronchien im Bronchialbaum, an deren Ende die Lungenbläschen (Alveolen) sitzen

Bronchiolitis

Entzündung der kleinsten Äste des Bronchialbaums, der sogenannten Bronchiolen. In den meisten Fällen wird eine Bronchiolitis durch eine Infektion mit Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren) ausgelöst, meist im Winter oder Frühjahr. Als weitere Auslöser kommen Influenza (Grippe)- Viren oder Adenoviren in Frage. Die Bronchiolitis befällt überwiegend Säuglinge und Kleinkinder.

Bronchitis

Entzündung der Bronchien. Es wird unterschieden zwischen akuter Bronchitis, chronischer Bronchitis und chronisch obstruktiver Bronchitis.

Bronchoalveoläre Lavage (BAL)

diagnostisches Verfahren, bei dem die Lunge gespült und die Spülflüssigkeit als Untersuchungsmaterial gewonnen wird

Bronchodilatatoren (Bronchospasmolytika)

Arzneimittel, die die Bronchien erweitern. Sie werden unter anderem bei Asthma und COPD verordnet. Zu den Bronchodilatoren gehören Adrenergika (= Beta-Sympathomimetika, Sympathomimetika oder Betamimetika) und Anticholinergika. Theophyllin ist ebenfalls ein Erweiterer der Bronchien. Je nach Geschwindigkeit des Wirkungseintritts und Wirkdauer werden sie vorbeugend gegen Atemnot und/oder als Bedarfsmedikamente bei akuten Beschwerden eingesetzt. Siehe Anhang Medikamentenübersicht.

Bronchoskop

Gerät zur Untersuchung der Luftröhre und der Bronchien

Bronchoskopie

Spiegelung der Bronchien - medizinisches Untersuchungs- und Therapieverfahren. Über Mund oder Nase wird ein Bronchoskop in die Luftröhre eingeführt und in die Bronchien vorgeschoben. Mit dem Bronchoskop können Luftröhre und Bronchien betrachtet werden. Es ist z.B. möglich Schleimhautproben für weitere Untersuchungen zu entnehmen oder Fremdkörper zu entfernen.

Bronchospasmolyse

Lösung von Krämpfen (Spasmen) in den Bronchien. Zur Bronchospasmolyse werden Medikamente verwendet, welche die Bronchien erweitern (Bronchospasmolytika, Bronchodilatatoren).

Bronchospasmolytikum

Medikament, das die Bronchien erweitert

siehe Bronchodilatatoren

Bullektomie

Entfernung einer großen Emphysemblase

C

Chromosomen

Chromosomen befinden sich im Zellkern und enthalten die Erbinformation. Sie bestehen aus einem langen DNA-Faden und Eiweißen.
Körperzellen des Menschen haben normalerweise 46 Chromosomen (22 homologe, d.h. übereinstimmende Paare sowie zwei Geschlechtschromosomen: Frau xx, Mann xy).

Chronisch

lang anhaltend

CO

Kohlenmonoxid

CO2

siehe Kohlendioxid

COBRA

Programm zur Schulung von COPD-Patienten: Chronisch obstruktive Bronchitis mit und ohne Emphysem - Ambulantes Schulungsprogramm für COPD-Patienten

siehe auch Patientenschulung

Coils oder Spiralen

Stahldrähte, die über einen Katheter in Lungensegmente vorgeschoben werden, sich zusammenziehen und dabei Lungengewebe zusammenraffen (Lungenvolumenreduktion).

Compliance

(engl. für Einhaltung, Folgsamkeit) bedeutet Therapietreue des Patienten, d.h. Mitarbeit bei der Therapie und  Bereitschaft, ärztliche Verordnungen und Empfehlungen zu befolgen. Diesem Verständnis zufolge trägt der Patient einseitig die Verantwortung für das Einhalten der Therapie. Heute verfolgt man eher das Konzept der Adhärenz.

Computertomografie (CT)

spezielles Röntgenverfahren, mit dem der menschliche Körper in Querschnittbildern (Schnittbildverfahren) dargestellt wird. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Röntgenaufnahme, auf der nur grobe Strukturen und Knochen erkennbar sind, wird in CT-Aufnahmen auch Weichteilgewebe mit geringen Kontrastunterschieden dargestellt.

Controller

Dauermedikation. Für die medikamentöse Asthma-Therapie werden sogenannte Reliever für die Bedarfsmedikation und Controller für die Dauermedikation eingesetzt.

COPD

Chronisch obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem treten häufig gemeinsam auf. Der englische Begriff für chronisch obstruktive Bronchitis mit oder ohne Lungenemphysem heißt COPD (chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung: dauerhafte, fortschreitende Lungenerkrankung mit Einengung der Atemwege).

COPD Assessment Test® (CAT)

Fragebogen, mit dem die Auswirkungen der COPD auf das Wohlbefinden und das tägliche Leben festgestellt werden können 

Cor pulmonale

druckbelastetes rechtes Herz infolge einer Drucksteigerung im Lungenkreislauf

Cornet

gebogenes Plastikrohr, in dem sich ein Gummischlauch befindet. Der Patient nimmt das Gerät wie eine Trompete in
Hand und Mund, atmet durch die Nase ein und durch das Gerät aus. Durch die Ausatemluft gerät der Schlauch in
Schwingungen, die auf die Atemwege übertragen werden. So löst sich festsitzendes Bronchialsekret.

Cortisol

wird im Körper durch die Nebennierenrinde gebildet und wirkt entzündungshemmend, siehe Kortison

Cortison / Corticoide

siehe Kortison

Cystische Fibrose (CF)

Internationler Begriff für die Mukoviszidose (erbliche Stoffwechselkrankheit)

D

Diaphragma

Zwerchfell

Diffusion

physikalischer Prozess, bei dem sich Teilchen z.B. in einer Lösung oder einem Gasgemisch gleichmäßig verteilen. Es kommt zur vollständigen Durchmischung der beteiligten Stoffe.

Diffusionskapazität

Die Diffusionskapazität DLCO beschreibt die Fähigkeit der Lunge zum Gasaustausch, also zur Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe.

DMP

Ein Disease-Management-Programm (abgekürzt DMP) ist ein systematisches Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen, das sich auf die Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin stützt. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden diese Programme auch als strukturierte Behandlungsprogramme oder Chronikerprogramme bezeichnet.

DNA

DNA bzw. DNS steht für Desoxyribonukleinsäure. Desoxyribonukleinsäure ist ein langes Kettenmolekül, das aus vielen Bausteinen, den Nukleotiden, besteht. Wichtiger Bestandteil der Bausteine sind sogenannte Basen. Es gibt vier verschiedene DNA-Basen: Adenin (A), Guanin (G), Thymin (T) oder Cytosin (C). Die Reihenfolge der Basen ist entscheidend für die Verschlüsselung der Erbinformation. Die kleinste Funktionseinheit, die ein Eiweiß verschlüsselt oder eine  bestimmte Funktion hat, nennt man Gen (siehe auch Chromosomen, Gen).

Dosieraerosol

Inhalationsgerät zur Abgabe von Medikamenten in Form eines Sprays.  Die richtige Anwendung der Dosieraerosole kann
man sich im Internet auf YouTube ansehen:  Videos der Atemwegsliga

Dyskrinie

Verdickung des Bronchialsekrets/ Bronchialschleims zu einem zähen, schwer abhustbaren Sekret

Dyspnoe

Kurzatmigkeit, siehe Atemnot

Dyssomnie

Schlafstörung

E

Echokardiographie

Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall

Einsekundenkapazität (FEV1, forciertes exspiratorisches Volumen in einer Sekunde)

siehe Lungenfunktion

EKG / Elektrokardiogramm

Das Elektrokardiogramm (EKG) ist die Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern. Elektrokardiogramm heißt auch Herzspannungskurve. Jedem Herzschlag geht eine elektrische Erregung voraus, die im Normalfall vom  Sinusknoten, dem Schrittmacher des Herzens, ausgeht. Über das herzeigene elektrische Leitungssystem aus spezialisierten Herzmuskelzellen läuft sie zu den übrigen Herzmuskelzellen. Diese elektrischen Spannungsänderungen am Herzen kann man an der Körperoberfläche messen und im Zeitverlauf aufzeichnen. Es ergibt sich ein immer wiederkehrendes Bild der elektrischen Herzaktion. Mit dem EKG lassen sich vielfältige Aussagen zu Eigenschaften und Gesundheit des Herzens  treffen. Zu beachten ist, dass das EKG nur die elektrische Aktivität des Herzmuskels anzeigt, nicht jedoch die tatsächliche Auswurfleistung widerspiegelt.

Emphysem

Der Begriff Emphysem ist aus dem Griechischen "en physao" abgeleitet und steht für "Blase". Beim Lungenemphysem sind die kleinsten Bronchien und die Lungenbläschen dauerhaft erweitert (Überblähung), verbunden mit einer Zerstörung der Lungenstruktur.

Endoskopie

„in das Innere sehen“. Betrachtung von Körperhöhlen und Hohlorganen mit einem Endoskop. Ein Bronchoskop ist z.B. ein
Endoskop, mit dem die Lunge und die Bronchien betrachtet werden können.

Endoskopische Lungenvolumenreduktion (ELVR)

Verkleinerung oder Reduzierung stark überblähter Abschnitte der Lunge mittels Endoskop. Es gibt verschiedene Verfahren, die im Allgemeinen jedoch nur für wenige Patienten in Frage kommen

  • reversible (rückgängig zu machende) blockierende Verfahren wie z.B. Ventile
  • bedingt reversible, nicht blockierende Verfahren wie z.B. Spiralen
  • nicht reversible, nicht blockierende Techniken wie z.B. Thermoablation oder Polymerschaum
Endothel

dünne Schicht aus Zellen, die die Innenwand von Blutgefäßen auskleidet

Endothelin

Peptid (eine kurze Kette aus Aminosäuren), das zu einer Verengung der Gefäße und damit zur Erhöhung des Blutdrucks führt.

Entzündung

Reaktion eines biologischen Systems auf einen inneren oder äußeren Reiz, der die physiologischen Abläufe gefährdet. Das Ziel der Entzündung ist es, den schädigenden Reiz zu beseitigen und die Voraussetzungen für Reparaturvorgänge ("Heilung") zu schaffen. Die Entzündung ist damit ein Ausdruck der Immunreaktion eines Organismus.

Enzym

früher Ferment genannt, ist ein Stoff, der eine oder mehrere biochemische Reaktionen einleiten oder beschleunigen kann. Fast alle Enzyme sind Eiweiße (Proteine).

Epidemiologie

Lehre der Ursachen und Verbreitung von Erkrankungen

Epigenetik

Wissenschaftszweig, der untersucht, wie übergeordnete Steuerungselemente des Genoms die Interpretation der Gene beeinflussen. Dass zum Beispiel eineiige Zwillinge verschiedene Krankheiten entwickeln, obwohl sich ihr Genom nicht voneinander unterscheidet, könnte bei gleichen Umwelteinflüssen an ihrem unterschiedlichen Epigenom liegen.

Epithel

Sammelbezeichnung für Deck- und Drüsengewebe; ein- oder mehrlagige Zellschichten, die alle inneren und äußeren Körperoberflächen bedecken

Erbinformation

Jede menschliche Zelle besitzt im Zellkern für jede Aufgabe eine doppelte Garnitur von Erbinformationen (Genen). Ein Gen stammt von der Mutter, das andere vom Vater.

Ergospirometrie

Kombination aus Lungenfunktionsprüfung und EKG unter definierter körperlicher Belastung (z.B. auf dem Laufband oder Fahrradergometer)

Etagenwechsel

Eine Ausweitung der eigentlichen Heuschnupfen-Symptome auf die tieferen Atemwege bis hin zum Asthma bronchiale.

Evidenzbasierte Medizin

EbM, von englisch evidence-based medicine „auf empirische Belege gestützte Heilkunde“ ist eine jüngere Entwicklungsrichtung in der Medizin, die ausdrücklich die Forderung erhebt, dass bei einer medizinischen Behandlung patientenorientierte Entscheidungen nach Möglichkeit auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit  getroffen werden sollen.

Exazerbation

Verschlimmerung, Verschlechterung einer Erkrankung, Schub einer Erkrankung

Expektorantien

Mittel, die zähes Bronchialsekret verflüssigen sollen und so das Abhusten erleichtern bzw. fördern

Expektorat

Auswurf

Exspiration

Ausatmung

Exspiratorische Vitalkapazität (VCex, EVC)

siehe Lungenfunktion

Exspiratorisches Reservevolumen (ERV)

siehe Lungenfunktion

F

FEF

siehe Lungenfunktion

Feuchtinhalation

Bei der Feuchtinhalation wird das Medikament in wässriger Lösung mit Hilfe eines Düsenverneblers oder Ultraschallverneblers eingeatmet.

FEV1

Exspiratorisches Volumen während der ersten Sekunde einer forcierten Ausatmung. Zeigt an, wie viel Liter Luft Sie nach vorangehender tiefer Einatmung bei maximaler Anstrengung in einer Sekunde ausatmen können (Sekundenluft).

FEV1

siehe Lungenfunktion

Fibrose

siehe Lungenfibrose

Flimmerepithel

spezialisiertes Epithel mit beweglichen Flimmerhärchen; Flimmerepithel der Atemwege = respiratorisches Flimmerepithel

Flimmerhärchen

Die gesamte Oberfläche der Bronchialschleimhaut ist mit beweglichen Flimmerhärchen ausgekleidet. Diese dienen der Entfernung kleinerer, ins Bronchialsystem eingedrungener Fremdstoffe wie z.B. Staubpartikel oder Allergene. Die Härchen schlagen bzw. flimmern zu diesem Zweck unaufhörlich in Richtung Luftröhre. Unterstützt wird dieser Transport durch einen Film aus Bronchialschleim.

Flutter

kleines Gerät, das die Form einer Tabakpfeife hat. Der Patient nimmt das in den Mund und atmet durch das Gerät aus. Dadurch bewegt er mit Luftstrom eine Kugel im „Pfeifenkopf“. Das Vibrieren überträgt sich seinen Brustkorb und löst so das festsitzende Bronchialsekret.

Forcierte Vitalkapazität / FVC

siehe Lungenfunktion

Funktionelle Residualkapazität (FRC)

siehe Lungenfunktion

G

Ganzkörperplethysmographie

Ein Ganzkörperplethysmograph besteht aus einer Kabine, die äußerlich einer Telefonzelle ähnlich ist. Diese Kabine wird luftdicht verschlossen, wenn der Patient dort Platz genommen hat. Natürlich befindet sich in der Innenseite ein Notfallöffner. Bei ruhiger Atmung kann nun aus den Druckschwankungen in der Kabine, die durch die Atmung des Patienten ausgelöst werden, und den Fluss- und Druckschwankungen am Mundstück auf das gesamte Lungenvolumen geschlossen werden. Es wird die sogenannte Totale Lungenkapazität (TLC) berechnet. Weiterhin kann durch die in dem Ganzkörperplethysmographen entstehenden Atemschleifen erkannt ob in Ruheatmung eine Verengung der Bronchien vorliegt und ob bei jedem Atemzug eine vermehrte Kraftanstrengung zur Atmung erforderlich ist. Somit können also durch die ganzkörperplethysmographische Untersuchung (große Lungenfunktion) die Befunde der Spirometrie (kleine Lungenfunktion) vollständig erklärt und die Erkenntnisse verfeinert werden.

Weitere Informationen: ⇒ Lungenfunktion

Gasaustausch

erfolgt in den Lungenbläschen (Alveolen), die von feinsten Blutäderchen (Kapillaren) umschlossen sind. Die Alveolen geben Sauerstoff in die Kapillaren ab und übernehmen von diesen Kohlendioxid. Während der Sauerstoff über den Blutkreislauf zu allen Zellen des menschlichen Körpers transportiert und dort im Stoffwechselprozess verbraucht wird, wird das Kohlendioxid über das Bronchialsystem in die oberen Atemwege gebracht und über Mund und Nase ausgeatmet.

Gehtest (6-Minuten-Gehtest)

6MGT; 6-min-walk distance, 6MWD: standardisiertes Verfahren zur Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit; misst, wie weit eine Person in sechs Minuten eine standardisierte Strecke gehen kann.

Gen

Erbinformation, mit deren Hilfe Eiweiße und RNA-Moleküle einer Zelle gebildet werden können. Ein Gen ist ein Abschnitt auf der DNA eines Chromosoms, der bestimmte Eiweiße verschlüsselt oder eine bestimmte Funktion hat. Das Gen ist die kleinste Funktionseinheit im Genom.

Genese

Entstehung, Entwicklung, Herkunft

Genom

Gesamtheit aller Gene

Genotyp

Gesamtheit aller Erbinformationen

Genotyp

Gesamtheit der Gene eines Individuums, die den Phänotyp bestimmen

Giemen

trockenes, rasselndes oder pfeifendes Atemgeräusch, das vor allem bei der Ausatmung zu hören ist

Glukokortikoide (Glucocorticoide)

siehe Kortison

GOLD

Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease. Die globale Initiative für COPD „GOLD“ teilt die Lungenkrankheit in Stadien ein, die anzeigen, wie weit die Krankheit bei den Betroffenen fortgeschritten ist.

Granulozyten

Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), Teil der Immunabwehr. Es gibt neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten.

siehe Immunsystem

Grippeschutzimpfung

vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung der echten Grippe (Influenza)

H

Hämagglutinin

Eiweiß von Viren, u.a. eines der drei Virusproteine des Grippevirus A

Hauttest

Diagnoseverfahren bei Allergien. Hier wird die Haut des Patienten verschiedenen Allergenen ausgesetzt. Die gängigsten Verfahren sind der Prick-Test und Intrakutan-Test. Zur Diagnose von Kontaktallergien wird der Patch-Test verwendet.

Heimbeatmung

siehe "Außerklinische Beatmung"

Heterozygot

 zwei verschiedene Gene für eine bestimmte Erbinformation

Heuschnupfen

Umgangssprachliche Bezeichnung für eine allergische Rhinitis (Pollenallergie), d.h. eine Entzündung der Atemwege, die durch Allergenkontakt ausgelöst wird.

Histamin

Botenstoff des Immunsystems, produziert von den Mastzellen; wird nach Kontakt mit Allergenen und IgE-Antikörpern freigesetzt und löst Juckreiz, Schwellungen und Rötungen aus.

Homologe Chromosomen

Chromosomen, die in Gestalt und Abfolge der Gene übereinstimmen. Chromosomenpaar, von denen eines von der Mutter und das andere vom Vater „geerbt“ wurde. Jede menschliche Körperzelle hat einen Satz homologer Chromosomen. Ausnahme sind die Geschlechtschromosomen des Mannes, die als heterologe Chromosomen bezeichnet werden.

Homozygot

die beiden Gene für eine Erbinformation sind gleich

Husten

Symptom, das praktisch bei allen Atemwegs- und Lungenerkrankungen vorkommt. Husten ist aber nicht nur ein lästiges Symptom, Husten hat auch eine schützende Funktion. Wenn Speichel, Flüssigkeit oder Nahrung versehentlich in die Atemwege gelangen, man sich also verschluckt, werden diese „Fremdkörper“ durch kräftiges Husten wieder aus den
Atemwegen heraus befördert.

Hyperkapnie

entsteht durch Hypoventilation, dabei wird Kohlendioxid ungenügend ausgeatmet. Dies führt zur Erhöhung des Kohlendioxidgehalts in den unzureichend belüfteten Alveolen und im Blut.

Hyperpnoe

vertiefte Atmung

Hyperreagibilität, bronchiale

Überempfindlichkeit des Bronchialsystems

Hypersekretion

übermäßige Schleimbildung

Hyperventilation

meist unbewusste, übermäßige Ein- und Ausatmung. Sie kann zu Schwindelgefühl und zur Ohnmacht führen.

Hypopnoe

zu flache Atmung

Hyposensibilisierung

siehe spezifische Immuntherapie

Hypoventilation

Minderbelüftung der Lunge

Hypoxämie

Sauerstoffmangel im Blut

Hypoxie

Mangelversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Einen Sauerstoffmangel im arteriellen Blut nennt man dagegen Hypoxämie.

I

Idiopathisch

ohne bekannte Ursache

IL-5-Antikörper/ Interleukin-5-Antikörper

Medikament für Erwachsene mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma

Immunglobulin E (IgE)

Klasse von Antikörpern, die für die Vermittlung allergischer Sofortreaktionen verantwortlich ist

Immunsystem

Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus dem zellulären und dem humoralen Immunsystem. Das zelluläre Immunsystem besteht aus spezialisierten Immunzellen, die im Blut zirkulieren oder in verschiedenen Geweben vorkommen.

Dazu zählen:

  • Granulozyten
  • Makrophagen / Monozyten
  • dendritische Zellen
  • natürliche Killerzellen (große granulierte Lymphozyten)
  • T-Lymphozyten
  • T-Helferzellen
  • regulatorische T-Zellen
  • zytotoxische T-Zellen
  • B-Lymphozyten

Das humorale Immunsystem besteht aus Eiweißen, die im Blutplasma vorhanden sind.

Dazu gehören:

  • Antikörper
  • Komplementfaktoren
  • Interleukine
Immuntherapie

siehe spezifische Immuntherapie

Impfung

vorbeugende Maßnahmen gegen unterschiedliche durch Viren oder Bakterien hervorgerufene Infektionskrankheiten

Indikation

Eine Behandlung oder diagnostische Maßnahmen sind angezeigt.

Infektion/Infekt

Eintritt von Mikroorganismen (beispielsweise Viren, Pilze oder Bakterien) in einen Organismus sowie ihre Absiedlung und Vermehrung

Influenza

„echte“ Grippe oder Virusgrippe. Eine durch Influenzaviren ausgelöste Infektionskrankheit bei Menschen, die sich weltweit ausbreiten kann (Pandemie). Alltagssprachlich wird die Bezeichnung Grippe häufig auch für grippale Infekte verwendet, bei denen es sich um verschiedene andere, in der Regel deutlich harmloser verlaufende Virusinfektionen handelt.

Inhalationstherapie

Verabreichung von Arzneistoffen durch Einatmen in die Atemwege

Inhalieren

einatmen

Inspiration

Einatmung

Inspiratorische Kapazität (IC)

siehe Lungenfunktion

Inspiratorische Vitalkapazität (IVC, VCin)

siehe Lungenfunktion

Inspiratorisches Muskeltraining (IMT)

Kraft- und Ausdauertraining der inspiratorischen Muskulatur (siehe Atemmuskeltraining). Kann bei Patienten mit beeinträchtigter Muskelfunktion, wie bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und verschiedenen neurologischen Erkrankungen verwendet werden.

Inspiratorisches Reservevolumen (IRV)

siehe Lungenfunktion

Insuffizienz

ungenügende Leistung eines Organs oder eines Organsystems, z.B. Herz, Lunge, Niere

Interleukine

Botenstoffe; sie regulieren das Immunsystem

Intra-thorakales Gasvolumen (TGV, ITGV)

siehe Lungenfunktion

Intravenöse Injektion

Spritze (Injektion) in die Vene. Venen sind die Blutgefäße, die Blut aus dem Gewebe in Richtung Herz transportieren.

Irreversibel

„nicht rückbildbar“ - das Gegenteil von reversibel

K

Kapillare

kleinste Blutgefäße/Adern. Sie dienen dem Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe.

Karenz

Vermeiden des Kontaktes mit allergieauslösenden Stoffen

Kartagener Syndrom

siehe primäre ciliäre Dyskinesie

Keuchatmung/Giemen

keuchendes oder pfeifendes Atemgeräusch, tritt vor allem beim Asthma und der Bronchitis auf.

Kohlendioxid (CO2)

entsteht in den Zellen, vor allem als Endprodukt der Energiegewinnung. Es hat eine wichtige Funktion zur Regulierung des pH-Wertes im Blut und anderen Körperflüssigkeiten. CO2 wird in erster Linie über die Lunge abgeatmet.

Kollaterale Ventilation

Belüftung von Lungenabschnitten unter Umgehung der normalen bronchialen Atemwege

Kombinationspräparate

Kombinationspräparate sind Medikamente, die mehrere Wirkstoffe enthalten

Komorbidität

Begleiterkrankung(en). Erkrankung/Erkrankungen, die zusätzlich zu einer Grunderkrankung vorliegt bzw. vorliegen

Komplementäre Medizin

Komplementär bedeutet "Ergänzung" bzw. "Erweiterung" der schulmedizinischen Therapie mit naturheilkundlichen Methoden. Man geht von der Aktivierung selbstregulierender Prozesse im menschlichen Organismus aus. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität.

Kontraindikation

Gegenanzeige, Umstand, der die Anwendung eines Verfahrens verbietet

Kortison

Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das in verschiedenen chemischen Formen vorkommt und medikamentös eingesetzt wird. Kortisonhaltige Medikamente (auch Kortikosteroide, Corticoide, Glukokortikoide oder Steroide genannt) wirken u.a. entzündungshemmend. Sie werden zur Behandlung von Lungenerkrankungen meist inhaliert. Das inhalierbare Kortison ist sehr niedrig dosiert und wirkt direkt in den Atemwegen.

Kreuzallergie

Von einer Kreuzallergie (Kreuzreaktion) wird dann gesprochen, wenn Immunglobulin E-Antikörper, die gegen ein bestimmtes Allergen in einer bestimmten Allergenquelle gerichtet sind, auch andere Allergene in anderen Allergenquellen erkennen und somit auch bei Kontakt mit diesen anderen Allergenquellen eine allergische Reaktion auslösen können.

Krupp-Symdrom

Sammelbegriff für infektbedingte Verengungen der oberen Atemwege z. B. durch Kehlkopfentzündung

Kutschersitz

atemerleichternde Körperhaltung. Die Unterarme liegen locker auf den etwas gespreizten Oberschenkeln. Der Kopf hängt locker zwischen den Schultern.

L

LABA

langwirksame Betamimetika (long-acting beta-2 agonists), stimulieren Beta2-Rezeptoren auf Zellen

LAMA

langwirksame Anticholinergika (long-acting muscarinic antagonist), siehe Anticholinergika

Langzeitsauerstofftherapie (LTOT oder auch LOT)

Zugabe von Sauerstoff zur Einatmungsluft über mindestens 16 Stunden eines Tages (24 Stunden): Sie ist erforderlich, wenn bei normaler Atemtätigkeit ein erheblicher Sauerstoffmangel im Blut nachgewiesen wird (arterieller Sauerstoffdruck geringer als 55 bis 60 mmHg). Voraussetzung ist, dass zugleich die bestmögliche medikamentöse Therapie erfolgt, der
Sauerstoffmangel während der stabilen Krankheitsphase wiederholt nachgewiesen wurde und der Kohlendioxiddruck im Blut unter Sauerstoffgabe nicht kritisch ansteigt. Weitere Informationen findet man auf der Homepage der Deutschen Sauerstoff- und BeatmungsLiga LOT e.V. unter www.sauerstoffliga.de

Laparoskop

Spezialendoskop; Instrument der minimal-invasiven Chirurgie zur Bauchspiegelung: Durch kleine, chirurgisch geschaffene Öffnungen kann man in die Bauchdecke sehen.

Lappenbronchien

Teil des Bronchialbaums/ Bronchialsystems. Sie zweigen von den Stammbronchien, d.h. von den sogenannten Hauptbronchien ab, und verzweigen sich in Segmentbronchien.

Laryngitis

Kehlkopfentzündung

Leukotrien-Antagonist (Antileukotrien)

Leukotrien-Antagonist (Antileukotrien)

Lippenbremse

Atemtechnik, mit deren Hilfe man die Luft beim Ausatmen langsam durch einen schmalen Spalt der locker aufeinander liegenden Lippen ausströmen lässt. Die Lippenbremse setzt den Atemwiderstand herab und erleichtert die Ausatmung.

Lobär

einen Organlappen (Lobus) z.B. Lungenlappen betreffend

Lobektomie

chirurgische Entfernung eines Organlappens, z.B. eines Leber- oder eines Lungenlappens

Lunge

der Atmung dienendes Körperorgan. Die menschliche Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln. Der linke Lungenflügel hat zwei, der rechte Lungenflügel drei segmentierte Lungenlappen. Der herzseitige linke Lungenflügel ist etwas kleiner als der rechte. Die gesamte Lungenoberfläche umfasst etwa 80–120 m2, hat also in etwa die Größe eines Tennisplatzes. Pro Tag werden mit rund 24.000 Atemzügen 12.000 Liter Luft umgesetzt.

Lungenbläschen

siehe Alveolen

Lungenembolie

Verschluss einer oder mehrerer Lungenarterien z.B. durch Blutgerinnsel. Blutgerinnsel entstehen am häufigsten in den Beinen, z.B. nach Operationen oder Unfällen, manchmal auch durch zu langes unbewegliches Sitzen z.B. im Flugzeug. Diese Blutgerinnsel können sich ablösen, werden mit dem Blut weggespült und bleiben schließlich in den zuführenden Lungengefäßen stecken.

Lungenemphysem

siehe Emphysem

Lungenentzündung

Pneumonie; Entzündung des Lungengewebes, meist durch eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen, selten auch toxisch durch Einatmung giftiger Stoffe oder durch immunologische Vorgänge hervorgerufen. Bei Mitbeteiligung der Pleura (Rippenfell) wird im klinischen Sprachgebrauch von Pleuropneumonie gesprochen. Die Entzündung nach einer Strahlentherapie wird meist als Strahlenpneumonitis bezeichnet.

Lungenfibrose

Bei der Lungenfibrose kommt es zu Vernarbungsvorgängen in der Lunge, vergleichbar der Narbenbildung an der Haut nach Verletzungen. Die vernarbte Lunge wird steifer und dehnt sich bei der Einatmung nur mit erhöhtem Kraftaufwand. Das vermehrt gebildete Bindegewebe (Vernarbung!) in der Lunge behindert den Sauerstofftransport zu den roten Blutkörperchen.

Lungenflügel

Die Lunge unterteilt sich in den rechten und den linken Lungenflügel.

Lungenfunktionsprüfung / Lufu
Lungenhochdruck

siehe pulmonale Hypertonie

Lungenkarzinom (Lungenkrebs)

gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Beim Lungenkrebs werden zwei Hauptformen unterschieden: das kleinzellige und das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom; siehe auch ⇒Lungenkrebs

Lungenkreislauf

Blutkreislauf von der rechten Herzkammer bis zum linken Herzvorhof, gelegentlich auch als „kleiner Kreislauf“ bezeichnet

Lungenödem

krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Lungengewebe

Lungensport

wichtiger Bestandteil der Therapie vieler Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Die Teilnahme am Lungensport hängt vom Schweregrad der funktionellen Beeinträchtigung der Atemwegserkrankung sowie etwaiger Begleiterkrankungen - insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems ab. Eine fachärztliche Untersuchung und Beurteilung ist deshalb im Vorfeld notwendig. Sind die gesundheitlichen Voraussetzungen entsprechend festgelegter Ein- und Ausschlusskriterien gegeben, so kann die Teilnahme am Lungensport unter Verwendung des Formulars 56 „Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport“ durch den behandelnden Arzt verordnet werden. Weitere Informationen: www.lungensport.org

Lungentransplantation

Transplantation eines Lungenflügels, beider Lungenflügel oder die kombinierte Transplantation von Herz und Lunge

Lungenvolumenreduktion

operative Entfernung der beim Emphysem am stärksten überblähten Lungenteile. Ziel ist, die Überdehnung des Brustkorbes zu vermindern und das Zwerchfell in eine günstigere Atemlage zu bringen. Heute werden überwiegend Verfahren angewandt, bei denen das Lungenvolumen über die Bronchoskopie verkleinert wird; siehe endoskopische Lungenvolumenreduktion (ELVR).

LVR

Lungenvolumenreduktion

Lymphangioleiomyomatose (LAM)

seltene Lungenerkrankung, Ursache ist ein Gendefekt. Glatte Muskelzellen wuchern in Lymphgefäßen und Bronchien, so dass gesundes Lungengewebe zerstört wird.

Lymphozyten

weiße Blutkörperchen, Teil der Immunabwehr. Es gibt T-Lymphozyten, die im Thymus, und B-Lymphozyten, die im Knochenmark (englisch "bone marrow") gereift sind; siehe Immunsystem

Lyse

Lösung, Auflösung

M

Makrophagen

große, bewegliche Zellen, die zum zellulären Immunsystem gehören. Sie entwickeln sich aus den im Blut zirkulierenden Monozyten. Monozyten können in das Gewebe migrieren und verbleiben dort für mehrere Wochen bis Monate als Gewebsmakrophagen. siehe Immunsystem

Mastzellen

Zellen der körpereigenen Abwehr, die Botenstoffe, unter anderem Histamin und Heparin, gespeichert haben

Mediatoren

Boten- oder Signalstoff, mit dessen Hilfe Zellen im Körper miteinander kommunizieren

MEF

siehe Lungenfunktion

Mendel

Gregor Johann Mendel war ein katholischer Priester und bedeutender Naturforscher, der die nach ihm benannten Mendel´schen Regeln der Vererbung entdeckte. Das Muster der Vererbung wird oft in Form eines Schaubildes/Diagramms dargestellt.

MMRC

(engl.) modified Medical Research Council, Fragebogen zur Quantifizierung der Schwere von Atemnot

Monoklonale Antikörper

gentechnisch hergestellte, hochspezifische Antikörper

Monotherapie

Behandlung mit nur einem Medikament bzw. einer Wirksubstanz

Monozyten

gehören zu den weißen Blutkörperchen, können die Blutbahn verlassen und werden dann zu Makrophagen; siehe Immunsystem

Morbidität

Krankheitshäufigkeit - Verhältnis der Anzahl der Erkrankungen zur Zahl der Gesamtbevölkerung in einem bestimmten Zeitraum

Mortalität

Sterblichkeit oder Sterberate: Verhältnis der Anzahl der Todesfälle zur Anzahl der Gesamtbevölkerung in einem bestimmten Zeitraum

Mukociliäre Clearance

Mechanismus zur Selbstreinigung der Bronchien

Mukolyse

Schleimlösung

Mukopharmaka / Mukolytika

Medikamente, die zähen Bronchialschleim lösen und dadurch ein Abhusten erleichtern

Mukovizidose

cystische Fibrose (CF) Erbkrankheit, bei der es zu einer Eindickung der Sekrete der Lunge und in anderen Organen kommt

Mukus

Schleim, Sekret der Schleimdrüsen, z. B. der Bronchien

Muskelkontraktion

aktive Verkürzung eines Muskels; Gegenteil: Muskelrelaxation

Mutation

Veränderung der Erbinformation

N

NASA

nationales ambulantes Schulungsprogramm für erwachsene Asthmatiker: Programm zur Schulung von Asthmatikern; siehe auch Patientenschulung

Neuraminidase

Enzym des Grippevirus, maßgeblich für die Aggressivität (Pathogenität) des Virus. Es ist für die Freisetzung von Influenzaviren aus der Zelle in den Körper verantwortlich und kann medikamentös gehemmt werden.

NIV

nichtinvasive Beatmung /Ventilation
siehe außerklinische Beatmung

Non-Compliance

Gegenteil von Compliance

Nosokomial

im Krankenhaus erworben(er Infekt)

Notfallplan

ein zwischen Arzt und Patient vereinbarter Vorgehensplan, in dem festgehalten ist, was der Patient z.B. in Atemnotsituationen oder bei niedrigen Peak-Flow-Werten tun soll.

Notfallspray

Bedarfsspray – schnell wirksames Spray (Adrenergikum, Betamimetikum, Sympathomimetikum), das bei Atemnot inhaliert wird

Noxe

Substanz oder ein Ereignis, das einem biologischen Organismus Schäden zufügt. Im erweiterten Sinn versteht man unter einer "Noxe" jede Art von Krankheitsursache.

O

O2

O ist das chemische Elementsymbol für Sauerstoff und steht für Oxygenium. Der Sauerstoffgehalt der Luft beträgt 21 Prozent. Sauerstoff ist ein Element, das unter Normalbedingungen als farb- und geruchloses Gas in zweiatomarer Form (O2) vorliegt.

Obstruktion

Verengung, Einengung (hier der Atemwege)

Obstruktiv

verengt, eingeengt
Beispiel COPD: Bei der chronisch- obstruktiven Atemwegserkrankung sind die Atemwege verengt.

Osteoporose

eine das Skelettsystem betreffende Erkrankung, die durch verminderte Knochendichte gekennzeichnet ist. Sie führt schließlich zu einer gesteigerten Gefährdung für Knochenbrüche.

Oximeter/Pulsoximeter

Gerät, das den Puls misst und die partielle Sauerstoffsättigung im Blut aufzeichnet. Die partielle Sauerstoffsättigung gibt an, welcher Prozentsatz des gesamten roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) mit Sauerstoff beladen ist. Bei gesunden Erwachsenen sind Werte ab 95 Prozent normal.

Ozon

Ozonhaltige Luft tritt im Sommer bei bestimmten Wetterlagen auf. Ein erhöhter Ozongehalt in der Atemluft kann die Schleimhäute reizen, zu Dyspnoe (Atemnot) führen. Chemisch besteht es aus drei Sauerstoffatomen (O3). Ozonmoleküle in der Luft zerfallen unter Normalbedingungen innerhalb einiger Tage zu biatomarem Sauerstoff (O2). Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel, das bei Menschen und Tieren zu Reizungen der Atemwege und der Augen führen kann. Andererseits schützt uns die Ozonschicht in der Stratosphäre vor Schädigungen durch die energiereiche und zellschädigende ultraviolette Strahlung der Sonne.

Ö

Ödem

„Wassersucht“ ist eine Schwellung des Gewebes aufgrund einer Einlagerung von Flüssigkeit.

P

Packungsjahre

englisch pack year (py): dient der Schätzung der über die Lebenszeit kumulativ konsumierten Zigarettenmenge und damit der Abschätzung des Risikos für bestimmte Erkrankungen wie z.B. Lungenkrebs. Zur Berechnung wird die Zahl der täglich konsumierten Zigarettenpackungen (Inhalt ca. 20 Stück) mit der Zahl der Raucherjahre multipliziert.

Beispiel: Ein Raucher raucht sechs Jahre lang zwei Packungen Zigaretten am Tag, somit ergeben sich (2 x 6) zwölf  Packungsjahre.

Pandemie

weltweite Ausbreitung einer Infektionskrankheit (z.B. Influenza)

Parasympathicus

siehe sympathisches Nervensystem

Partialdruck

Druck in einem Gasgemisch, der einem bestimmten Gas zugeordnet werden kann

Passivrauchen

Wenn man selber nicht rauchen, aber zu Hause oder am Arbeitsplatz Zigarettenrauchbelastung (häufig über den ganzen Tag) ausgesetzt wird. Nicht nur Rauchen, auch Passivrauchen schadet der Lunge

Patientenschulung

Je mehr ein Patient über seine Krankheit weiß, umso besser kann er diese bewältigen. Deshalb werden besonders für Asthma- und COPD-Patienten Patientenschulungen angeboten. Hier lernen Patienten ihre Erkrankungen besser zu verstehen, sie erfahren, wie sie die Therapie zu Hause selbst überwachen können und wie sie bei Beschwerden reagieren sollen (siehe auch COBRA/NASA).

PCO2

Partialdruck des Kohlendioxids

PDE-4-Hemmer

Phosphodiesterase-4-Hemmer, Substanzen, die das Enzym Phosphodiesterase IV hemmen. Das Enzym kommt u. a. in der Lunge vor. PDE-4-Hemmer wie z.B. Roflumilast, werden bei der Behandlung entzündlicher Prozesse bei der COPD eingesetzt.

Peak-Flow (PEF)

siehe Lungenfunktion

Peak-flow-Meter

einfach zu handhabendes Messgerät, das die Spitzengeschwindigkeit der Luft beim kraftvollen Ausatmen misst. Die Messung hilft, den Verlauf einer Lungenerkrankung zu kontrollieren. Mit dem Peak-Flow-Meter kann der Patient die Stabilität seiner Atemwege selbst kontrollieren und nach erfolgter Patientenschulung bei Bedarf Selbsthilfemaßnahmen einleiten.

Peak-Inspiratory-Flow (PIF)

siehe Lungenfunktion

Pertussis

Keuchhusten. Infektionskrankheit, die hauptsächlich im Kindesalter auftritt

PH-Wert des Blutes

gibt an, wie „sauer“ das Blut ist. Der pH-Wert ist über die Menge an Wasserstoff-Ionen (H+-Ionen) definiert. Die Höhe des pH-Wertes hängt von der Menge an Säuren und Basen im Körper ab. Er wird vor allem durch das Verhältnis von Kohlendioxid (CO2) zu Bikarbonat (HCO3) bestimmt.

Phänotyp

Summe aller Merkmale eines Individuums, die aus dem Zusammenwirken von Genen, Entwicklung und Umwelt geprägt sind.

Physiologisch

den normalen Lebensvorgängen im gesunden Organismus entsprechend

Physiotherapie

Krankengymnastik und physikalische Therapie (siehe auch Atemphysiotherapie)

Phytotherapie

Anwendung von Pflanzen, Pflanzenteilen oder deren Zubereitungen (z.B. Extrakte) als Heilmittel (Phytopharmaka). Die in der Phytotherapie angewendeten Präparate nennt man Phytotherapeutika.

Pleura/Pleuren

Brustfell oder Rippenfell; Doppelhaut aus äußerem Rippenfell und innerem Lungenfell, die die Lungenoberfläche auskleidet.

Pleurahöhle

Raum zwischen Rippenfell, Lungenfell und Zwerchfell; auch: Pleuraspalt

Pleuritis

Entzündung des Rippenfells

Pneumektomie

operative Entfernung eines Lungenflügels

Pneumokokken /-impfung

Pneumokokken sind häufig vorkommende Bakterien, die eine Lungenentzündung verursachen können und oft für plötzliche Verschlimmerungen von Atemwegserkrankungen verantwortlich sind. Deshalb wird verschiedenen Patienten z. B. mit COPD einmal im Leben eine Pneumokokken-Schutzimpfung empfohlen (siehe auch Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), www.rki.de).

Pneumokoniosen

Staublunge, Reaktion des Lungengewebes auf inhalierte Stäube. Je nach Auslöser wird gesprochen von z.B.

Aluminose → Aluminiumstaub
Anthrakose → Kohlenstaub
Asbestose → Asbest
Berylliose → Berylliumstaub
Byssinose → Baumwoll-, Hanf- oder Flachsstaub
Chalikose → Kalkstaub
Siderose → Eisenstaub
Silikose → Quarzstaub
Talkose → Talkum

Pneumologie

Lehre von den Erkrankungen der Atmungsorgane, Lungenheilkunde

Pneumonie

Lungenentzündung. Es wird vor allem zwischen der ambulant und der im Krankenhaus (nosokomial) erworbenen Pneumonie unterschieden.

Pneumothorax

Luftansammlung im Brustfellraum, der zu einem „Zusammenfallen der Lunge“ führt. Ein Pneumothorax kann durch Verletzungen oder im Verlauf einer bestehenden Grunderkrankung, z. B. Emphysem, aber auch spontan entstehen. Die Behandlung besteht darin, dass meist mittels eines Schlauches (Drainage) diese Luftansammlung wieder abgesaugt wird.

PO2

Abkürzung für den Partialdruck des Sauerstoffs

Polymorphismen

Auftreten verschiedener Genvarianten innerhalb einer Population (Bevölkerungsgruppe)

Prick-Test

Eine Form des Hauttests zur Ermittlung der für die allergische Erkrankung ursächlichen Allergene .

Primäre Ciliäre Dyskinesie (PCD)

auch primäre Ziliendyskinesie; genetisch bedingte Funktionsstörung der zilientragenden Zellen (insbesondere des respiratorischen Flimmerepithels). Die Flimmerhärchen der zilientragenden Zellen schlagen nicht koordiniert sondern durcheinander. Die mukoziliäre Clearance ist hierdurch erheblich eingeschränkt. Kartagener Syndrom: Bei einigen Patienten mit primärer Ziliendyskinesie sind zudem die Organe im Körper seitenverkehrt angeordnet (situs inversus).

Prognose

Vorhersage zum Verlauf einer Krankheit

Proteasen

Enzyme, die Proteine spalten. Eine genetisch bedingte Hemmung von Proteasen kann schwere Krankheitsbilder hervorrufen. So kann ein Lungenemphysem durch einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel entstehen, da die schädlichen Proteasen nicht mehr gehemmt werden.

Provokationstest

Untersuchung zum Nachweis einer übermäßigen Empfindlichkeit der Bronchien durch Inhalation bestimmter Substanzen. Die Provokation kann auch mittels einer Belastung (Treppensteigen) oder der Inhalation von kalter Luft erfolgen.

Pulmonale Hypertonie

PH oder PHT oder Lungenhochdruck
Infolge der Erhöhung des Gefäßwiderstandes im Lungenkreislauf ist der Blutdruck im Lungenkreislauf erhöht.

→ primäre pulmonale Hypertonie: idiopathische pulmonale Hypertonie, genaue Ursache unbekannt
→ sekundäre pulmonale Hypertonie: Folge einer anderen Grunderkrankung. Es werden insgesamt fünf große PH-Erkrankungsgruppen unterschieden.

Pulsoximeter

siehe Oximeter

Pulverinhalator

Dosiergerät zur Inhalation von Medikamenten, die in Pulverform vorliegen. Die richtige Anwendung der unterschiedlichen Pulverinhalatoren kann man sich im Internet auf YouTube ansehen: → Hier geht es zu den Videos der Atemwegsliga auf Youtube

R

RAST-Test

Radio-Allergo-Sorbent-Test, diagnostisches Verfahren, z.B. zum Nachweis spezifischer IgE-Antikörper aus dem Blut

Refraktär

unempfindlich, nicht beeinflussbar

Rehabilitation

Maßnahmen zur Linderung oder Beseitigung gesundheitlicher Störungen. Bei Atemwegserkrankungen stehen die Anpassung der medikamentösen Behandlung an den jeweiligen Schweregrad der Erkrankung, körperliches Training und Bewegungstherapie, Patientenschulung, Atem- und Physiotherapie, Ernährungsberatung sowie die soziale Betreuung im Vordergrund.

Relative Einsekundenkapazität

siehe Lungenfunktion

Reliever

Bedarfsmedikation – Bei der medikamentösen Asthmatherapie werden sogenannte Reliever für die Bedarfsmedikation und Controller für die Dauermedikation eingesetzt.

Remodelling der Atemwege

siehe Airway-remodelling

Residualvolumen (RV)

siehe Lungenfunktion

Resistance (R)

siehe Lungenfunktion

Resistenz

Widerstandsfähigkeit eines Lebewesens gegenüber äußeren Einflüssen. Krankheitserreger (z.B. Bakterien, Viren, Pilze) können Resistenzen gegenüber Medikamenten entwickeln, was zur Folge hat, dass die Medikamente nicht mehr wirken.

Respiration

Atmung

Respiratorische Insuffizienz

Störung des Gasaustausches in der Lunge mit krankhaft veränderten Blutgaswerten

Restriktion

Lungenfunktionsstörung mit Verminderung der Vitalkapazität und der Totalkapazität. Die Lungenoberfläche für den Gasaustausch ist vermindert. Eine restriktive Ventilationsstörung kann z.B. durch Vernarbungen bzw. Versteifung des Lungengewebes bei Lungenfibrose, nach Tuberkulose, Silikose oder durch operative Entfernung eines Lungenlappens eintreten.

Restriktiv

eingeschränkt (in Bezug auf das Lungenvolumen)

Retardtablette

Tablette, aus der das Medikament verlangsamt, dafür aber über einen längeren Zeitraum abgegeben wird.

Reversibel

umkehrbar

Rezeptor

Bindungsstelle, Andockstelle an einer Zelle für Botenstoffe

Rezidiv

Wiederauftreten (Rückfall)

Rhinitis

Schnupfen, wird durch Infekte (Viren) ausgelöst, kann aber auch allergisch bedingt sein.

RNA

Damit der Körper die Erbinformation umsetzen kann, wird die Erbinformation in RNA (Ribonukleinsäure) abgeschrieben. Überträger-RNA (messenger RNA) transportiert die Erbinformation in die Zellbestandteile, die dann den benötigten Stoff herstellen. (siehe auch Gen)

Röntgenstrahlen

energiereiche Strahlen, die in niedriger Dosierung zur Diagnose von Krankheiten (Röntgenaufnahmen) und in hoher Dosis zur Krebstherapie verwendet werden

RS-Viren

(engl.) Respiratory Syncytial-Viren; verursachen Entzündungen der Atemwege, vor allem im Kindesalter.

S

SABA

kurzwirksame Betamimetika (short-acting beta-2 agonists)

SAMA

kurzwirksame Anticholinergika (short-acting muscarinic antagonist), siehe Anticholinergika

Sarkoidose

Morbus Besnier-Boeck-Schaumann, Morbus Boeck, knötchenbildende Systemerkrankung des Gewebes mit verstärkter zellulärer Immunantwort. Meist sind Lymphknoten und das Lungengewebe betroffen. Die Ursache ist unbekannt.

SARS

Bei SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) handelt es sich um eine in 2002 in der südchinesischen Guangdong (Kanton) Provinz erstmalig aufgetretene ansteckende schwere Lungenentzündung. Verursacher ist ein bis dahin unbekanntes Corona-Virus.

Sauerstoff (O2)

wichtiger Bestandteil der Atemluft; Sauerstoff (O2) wird für die Stoffwechselprozesse der Körperzellen benötigt.

Schlafapnoe

Atemstörungen während des Schlafes mit folgenden Symptomen:
 → auffällige Tagesmüdigkeit mit Einschlafneigung in Alltags-Situationen, z.B. Lesen, Fernsehen
 → häufige Konzentrationsschwierigkeiten
 → das Gefühl, morgens unausgeschlafen oder sogar "gerädert" zu sein
 → Oft werden vom Partner starkes Schnarchen oder nächtliche Atemaussetzer beobachtet.
Obstruktive Schlafapnoe: beim Schlafen erschlafft die Rachenmuskulatur und blockiert die Atemwege
Zentrale Schlafapnoe: das Gehirn sendet dem Körper keine Signale zum Einatmen

Sekret

aus dem Lateinischen secretio „Absonderung“. Mukus, Sputum, Schleim oder Auswurf. Schleim, der von den Becherzellen und Schleimdrüsen in den Schleimhäuten z.B. in den Bronchien produziert wird. Im Körper gibt es eine Vielzahl von Sekreten.

Sekretolyse

Verflüssigung oder Lösen von z.B. zähem Bronchialsekret, um das Abhusten des Auswurfs zu erleichtern. Dies erfolgt durch Arzneimittel und/oder physiotherapeutische Maßnahmen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, heiße Getränke und Inhalationen können unterstützend wirken.

Sekretolytika

schleimlösende Mittel

Sekundenluft

= FEV1: Exspiratorisches Volumen während der ersten Sekunde einer forcierten Ausatmung. Zeigt an, wie viel Liter Luft Sie bei maximaler Anstrengung in einer Sekunde ausatmen können (Sekundenluft)

Sensibilisierung

geht der Entwicklung einer Allergie voraus. Dabei legt das Immunsystem IgE-Antikörper oder spezielle Immunzellen an, die in der Lage sind, ein bestimmtes Allergen zu erkennen. Eine Sensibilisierung ermöglicht die Reaktionsfähigkeit auf ein bestimmtes Allergen, führt aber nicht zwangsweise zu einer Allergie.

Silikose

Reaktion des Lungengewebes auf inhalierte, kristalline Kieselsäure (Quarz), die zu schweren Lungenzerstörungen mit Knötchenbildung und Vernarbung führt. Es kann zu COPD, Emphysem und pulmonaler Hypertonie kommen. "Bergarbeiter-Krankheit", allerdings sind auch verwandte Berufe wie Zahntechniker, Steinhauer, Steinbrucharbeiter betroffen. Anerkannte Berufskrankheit; siehe auch: Pneumokoniose

Sonographie

Ultraschalluntersuchung

Soor

Sammelbegriff für alle Erkrankungen, die durch Pilze der Gattung Candida verursacht werden. Es können unterschiedliche Körperstellen betroffen sein, z.B. Mund und Rachen, Speiseröhre, Magen-Darm-Trakt, äußere Geschlechtsorgane, innere Organe, Windelbereich bei Babys.

Spacer

Inhalationshilfe. Dosieraerosole können auch mit Spacer verwendet werden. Dadurch wird die Koordination zwischen Einatmung und Auslösung des Sprühstoßes erleichtert. Bei einem kortisonhaltigen Dosieraerosol sollte eine Inhalationshilfe verwendet werden, um die Nebenwirkungen des inhalierten Kortisons in Mund und Rachen zu verhindern. Videos zur richtigen Anwendung verschiedener Spacer:  → Hier geht es zu den Videos

Spezifische Immuntherapie (SIT)

(allergen)spezifische Immuntherapie (ASIT/SIT), auch Hyposensibilisierung genannt. Behandlung zur langfristigen Dämpfung der allergischen Reaktion. Dem Patient wird dabei das relevante Allergen in steigender Dosierung verabreicht, um das Immunsystem daran zu "gewöhnen".

Spirometer

Gerät zur Messung der Lungenfunktion. Die Auswertung gibt Anhaltspunkte für das Vorliegen z. B. einer Verengung der Atemwege; siehe Lungenfunktionsprüfung Spirometrie

Spirometrie

Lungenfunktionsmessung

Sputum

Auswurf

Stammbronchien

Hauptbronchien in der Lunge

Stationäre Rehabilitation

Rehabilitationsmaßnahmen im Rahmen eines Aufenthalts von einigen Wochen in einer Reha-Klinik

Steroide

siehe Kortison

Substitution/-therapie

Bei der Substitutionstherapie werden dem Körper Stoffe zugeführt, die der Körper aufgrund einer Erkrankung oder Funktionsschwäche nicht oder nur in unzureichender Menge produziert.

Superinfektion

bezeichnet medizinisch eine Sekundärinfektion mit Bakterien. Oft ist das unmittelbar im Anschluss an einen Virusinfekt der Fall.

Sympathisches Nervensystem

Sympathikus, Teil des vegetativen Nervensystems. Das vegetative Nervensystem reguliert unbewusste und vom Willen unabhängige Vorgänge, wie z.B. Herzschlag, Atmung, Darmtätigkeit etc. und setzt sich u.a. aus zwei Gegenspielern zusammen: Sympathikus und Parasympathikus. Der Sympathikus aktiviert den Körper und stellt Energie bereit. Der Gegenspieler Parasympathikus bewirkt Ruhe, Erholung und Schonung.

Sympathomimetika

siehe Betamimetika

Syndrom

Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammentreffen verschiedener charakteristischer Symptome ergibt

Synkope

spontane, kurz andauernde Bewusstlosigkeit

Systemische Therapie

Behandlung mit Therapeutika, die nicht nur lokal (topische Therapie) wirken, sondern überall dort, wo sie durch den Blutkreislauf hingebracht werden

T

T-Helferzellen

bestimmte weiße Blutkörperchen, Subgruppe der T-Lymphozyten, erkennen Antigene; siehe Immunsystem

Tabakentwöhnung

Tabakkonsum ist eine der Hauptursachen für die Entstehung vieler Erkrankungen, vor allem der COPD und des Lungenkarzinoms. Mit dem Rauchen aufzuhören ist schwer, jedoch ein wichtiger Schritt zur Vorbeugung. Auch bereits bestehende Erkrankungen können durch den Rauchstopp im Verlauf günstig beeinflusst werden. Tabakentwöhnung kann
durch eine individuelle Willensentscheidung und/oder mit Hilfe von speziellen Tabakentwöhnungsprogammen erfolgen, die im Rahmen einer fachlichen Betreuung medikamentöse und psychologische Maßnahmen miteinander verbindet.

Targetstrukturen

Target (engl. für „Ziel“) ist ein Molekül, an das ein Wirkstoff binden kann. Der Wirkstoff entfaltet genau dadurch seine Wirkung.

TB/TBC

siehe Tuberkulose

Theophyllin

Medikament, in Tablettenform, das die Bronchien erweitert (meist als Retardtablette) oder zur Injektion.

Thermoablation

endoskopisches Verfahren, bei dem Gewebe gezielt durch den Einsatz von Hitze zerstört wird

Thorax

Brustkorb

Topische Therapie

Behandlung mit einem Therapeutikum (z.B. Kortison-Spray), das direkt an der Stelle des Körpers wirkt, die behandelt werden soll (z.B. an den Bronchien), da es topisch/lokal verabreicht wird

Torwartstellung

atemerleichternde Körperhaltung, bei der im breitbeinigen Stand der Oberkörper leicht nach vorne gebeugt wird und die Hände oberhalb der Knie auf dem Oberschenkel abgestützt werden. Die Finger sollten nach innen gedreht sein.

Totalkapazität

gesamtes Fassungsvermögen der Lunge

Totalkapazität

siehe Lungenfunktion

Trachea

Luftröhre

Tregs

regulatorische T-Zellen (TReg), früher: Suppressor-T-Zellen Untergruppe der T-Zellen. Unterdrücken die Aktivierung des Immunsystems, verhindern die Entstehung von Autoimmunkrankheiten.

Trokar

chirurgisches Instrument, mit dem ein Zugang zu einer Körperhöhle (z. B. Bauchraum, Brustraum) geschaffen werden kann, z.B. um mit einer Optik (Endoskop) in diese Höhle zu schauen.

Trommelschlägelfinger

Verdickungen an den Fingerendgliedern, typische Begleiterscheinung von Lungen- und Herzkreislauferkrankungen. Trommelschlägelfinger entstehen durch Sauerstoffmangel und der daraus resultierenden Neubildung von Kapillargefäßen.

Tuberkulose (TB/TBC)

Infektionskrankheit, die durch Mykobakterien hervorgerufen wird. Erreger der Tuberkulose beim Menschen ist das Mycobacterium tuberculosis.

Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)

Signalstoff des Immunsystems; trägt zum Entzündungsprozess bei.

U

Uhrglasnägel

krankhaft veränderte Finger- (seltener Zehen-) Nägel. Sie treten meist nicht allein, sondern in Zusammenhang mit Trommelschlägelfingern auf. Dabei sind die Nägel wegen der Verdickung der Fingerendglieder kolbenförmig aufgetrieben. Die Nägel sind größer, rundlich geformt und stark nach außen gewölbt. Ursache ist ein chronischer Mangel an Sauerstoff im Gewebe (Hypoxie).

Ultraschall

diagnostisches Verfahren: Mit Hilfe von Ultraschallwellen werden Gewebestrukturen oder Organe abgebildet.

Ultraschallvernebler

siehe Feuchtinhalation

Unilateral

einseitig

V

VCD (Vocal Cord Dysfunction)

plötzlich auftretende paradoxe Schließbewegung der Stimmlippen, die akut zu Atemnot unterschiedlicher Intensität führt. Diese funktionelle Störung kann im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter auftreten. Sie beruht vermutlich auf einer funktionellen Überempfindlichkeit des Kehlkopfs.

Ventilation

Belüftung der Lunge während der Atmung

Ventilationsstörungen

Belüftungsstörung der Lunge bzw. Behinderung des Gasaustauschs in der Lunge. Man unterscheidet zwischen obstruktiver und restriktiver Ventilationsstörung. Obstruktive Ventilationsstörung: Erhöhung des Strömungswiderstands in den Atemwegen, z. B. durch eine Verengung der Bronchien (Asthma bronchiale u.a.). Restriktive Ventilationsstörung: Behinderung des Gasaustauschs durch vermindertes Volumen der Lunge (z. B. durch Lungenfibrose).

Ventile

hier Bronchialventile werden zur Verminderung des Lungenvolumens bei Lungen-Überblähung mit einem Katheter endoskopisch (im Rahmen einer Bronchoskopie) in die Bronchien der Lungensegmente eingelegt. Durch die Ventile kann die Luft aus- aber nicht einströmen und die nachgeschalteten Lungenabschnitte entblähen sich (Lungenvolumenreduktion).

Vitalkapazität

VK, VC oder IVC. Zeigt an, wie viel Liter Luft Sie nach einer tiefen Ausatmung während einer langsamen, maximal tiefen Einatmung in die Lunge einatmen können.
„I“ steht für Inspiration = Einatmung

W

Weaning

Das Wort to wean ist englisch und bedeutet entwöhnen. Als weaning bzw. Beatmungsentwöhnung wird die Phase der Entwöhnung eines beatmeten Patienten vom Beatmungsgerät bezeichnet.

Weiße Blutkörperchen, Leukozyten

Zellen, die Teil des Immunsystems sind und keinen roten Farbstoff (Hämoglobin) besitzen

X

Xanthine

Xanthin ist eine natürlich vorkommende Substanz des Nukleotidstoffwechsels. Zu der Stoffklasse der Xanthine gehören Substanzen wie Theophyllin und Aminophyllin, die therapeutisch zur Erweiterung der Atemwege eingesetzt werden. In die Gruppe der Xanthine fällt auch Koffein.

Z

Zilien

bewegliche Zellfortsätze, z.B. Flimmerhärchen der Bronchien. Sie sitzen auf den Zellen, die die Atemwege auskleiden (Epithelzellen).

Zwerchfell

großer, kuppelförmiger Muskel, der Brust- und Bauchraum voneinander trennt; wichtiger Muskel für die Atmung

Zwerchfellatmung

Die Bauchatmung (Abdominalatmung) oder auch Zwerchfellatmung (Diaphragmalatmung) ist eine normale, ruhige Atmungsform. Den eher durch Bewegungen des Brustkorbes dominierten Atmungstyp nennt man Brustatmung.

Zyanose

blaurötliche Färbung der Lippen, Schleimhäute und der Haut infolge eines Sauerstoffmangels oder schlechter Durchblutung

Zytokine

Botenstoffe des Immunsystems

Geschrieben von Redaktion | Zuletzt bearbeitet am 06.08.2012 06:27