Nachruf Professor Dr. Ralf Wettengel

Geboren wurde Ralf Wettengel 1937 im Erzgebirge, er wuchs in Jena auf. 1958 floh seine Mutter mit ihren Kindern aus der DDR.

Das Medizinstudium beendete Ralf Wettengel in Marburg. Dort entstanden die ersten Kontakte zur Pneumologie. Das Thema seiner Promotionsarbeit 1964 lautete „Atemmechanische Untersuchungen bei Patienten mit obstruktiven und restriktiven Ventilationsstörungen“.

Nach „Lehrjahren“ in Kiel wechselte er 1968 an die neu gegründete Medizinische Hochschule in Hannover. Es war seine endgültige Entscheidung für die Pneumologie. Er war der erste Oberarzt an der ersten universitären Abteilung für Pneumologie in Deutschland. Alles drehte sich damals um den Gasaustausch in der Lunge (Blutgasanalyse) und die Hämodynamik im Lungenkreislauf, Thema auch seiner Habilitationsschrift. 1972 erhielt er die Venia Legendi für Innere Medizin, 1978 wurde er zum APL-Professor ernannt. Seine Lehrverpflichtungen hat er mit Begeisterung wahrgenommen.

Von 1974 (damals war er erst 37 Jahre alt) bis 2001 war er Chefarzt der Karl-Hansen-Klinik für Atemwegserkrankungen und Allergie in Bad Lippspringe.

Früh, 1979, engagierte er sich für die Gründung der Deutschen Liga zur Bekämpfung der Atemwegserkrankungen e.V., heute Deutsche Atemwegsliga e.V.
Seit 1988 gehörte er dem geschäftsführenden Vorstand an, von 1991 bis 1998 als Vorsitzender.
Vermittlung von pneumologischem Wissen an niedergelassene Ärzte (Empfehlungen der Atemwegsliga), Patienteninformationen und Patientenschulung waren ihm ein großes Anliegen.

1999 wurde er in den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) berufen.

Prof. Ralf Wettengel erhielt zahlreiche Ehrungen, u.a. Ehrenmitgliedschaften der Deutschen Atemwegsliga e.V. und der DGP. Im Jahr 2000 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Seit Beginn seines Ruhestandes 2001 lebte er wieder in seiner Heimatstadt Jena und hat auch von dort aus die Arbeit der Atemwegsliga begleitet

Wir werden uns immer mit Dankbarkeit an ihn erinnern.

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