Auswertung unserer Telefonaktion im Mai

ASTHMA

  • Frage: 65 jährige Patientin mit mittelschwerem Asthma traut sich nicht aus ihrer Wohnung, weil die Leute sie seltsam angucken, wenn sie hustet.
    Antwort: Selbstgefertigte Masken mit 2 Schichten aus Textil oder die gekauften Masken in der Apotheke können die großen Tropfen, die beim Husten entstehen, abfangen. Bei Einhalten der Distanzregel bestehen auch keine Bedenken wegen der Aerosolbildung, die aus der Maske austreten können. Insofern kann sie ihre Umwelt beruhigen, selbst wenn sie infiziert wäre.
  • Frage: Patientin mit mittelschwerem Asthma fragt, ob sie ihre Tochter, die auswärts wohnt, zu ihrem 40. Geburtstag besuchen könne, alle sonstigen Gäste seien abgesagt worden.
    Antwort: Empfehlung bei der Tochter draußen, im Garten oder der Terrasse zu feiern, drinnen Masken zu tragen. So muss sie auf den Besuch nicht verzichten.
  • Frage: Soll ich bei Asthma mein inhalatives Kortison weiter nehmen?
    Antwort: Ja, an der vorschrieben Medikation sollte ohne Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin auch in Zeiten der Corona-Pandemie keine eigenständige Veränderung vorgenommen werden.
  • Frage: Patient mit Asthma fragt nach den empfohlenen Impfungen und gibt an, dass er sich bisher nicht gegen Influenza hat impfen lassen.
    Antwort: Es ist wird empfohlen die Influenza-Impfung im Herbst durchführen zu lassen und bei dieser Gelegenheit nach weiteren empfohlenen Impfungen zu fragen.

COPD

  • Frage: 69-jähriger COPD Patient trägt FFP 2 Masken. Wie oft kann er eine Maske anziehen und wie kann er sie desinfizieren?
    Antwort: Jede FFP 2 Maske sollte maximal nur einen Tag getragen werden. Es gibt kein sicheres Sterilisierungsverfahren. Zum Beispiel metallhaltige Masken (Nasenbügel) können nicht, wie hin und wieder empfohlen, in der Mikrowelle desinfiziert werden. Die Empfehlung, im Backofen bei 60-70 Grad zu desinfizieren, ist ebenfalls problematisch. Die meisten Keime einschließlich Viren werden zwar abgetötet, aber das Filterpotential der Maske geht verloren. Diese Masken bringen für den Alltagsgebrauch keine Vorteile und sind teuer. Empfehlung: Handelsübliche Stoffmasken mit 2 Schichten, täglich waschen, z. B. in der Waschmaschine mit der normalen Wäsche.
  • Frage: Patientin mit schwerer COPD möchte Stuhljoga machen. Die Veranstaltung findet in geschlossenen Räumen statt. Die Patientin möchte keine Maske tragen.
    Antwort: Ohne Maske: nein

WEITERE ERKRANKUNGEN

  • Frage: Wie hoch ist das Risiko eines lungengesunden Kindes mit Alpha-1-Antitrypsinmangel an COVID-19 zur erkranken?
    Antwort: Zu dieser Frage liegen noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen vor. Es ist zu vermuten, dass kein erhöhtes Risiko vorliegt.
  • Frage: Frau, 76 Jahre, der die Milz nach einem Pankreastumor entfernt wurde, fragt, wie sie sich verhalten soll
    Antwort: Es empfiehlt sich, zuhause zu bleiben, soziale Kontakte meiden, da mehrere Risikofaktoren vorliegen.
  • Frage: Kind mit Alpha-1-Antitrypsinmangel mit geringer Leberbeteiligung: Besteht ein erhöhtes Risiko, kann das Kind Freunde treffen, in die Schule gehen?
    Antwort: Personen mit Lungen- oder Lebererkrankung können zu den Risikogruppen gehören. Eine genaue Abklärung beim Facharzt oder der Fachärztin wird empfohlen.
  • Frage: Patientin mit Vaskulitis fragt, ob die anti-inflammatorische, immunmodulierende Therapie gegen IL-1 und IL-6 auch bei COVID-Pneumonie schützt.
    Antwort: Diese Frage kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden. Dazu müssen die Ergebnisse von Studien, die derzeit durchgeführt werden, abgewartet werden.
  • Frage: Pat. mit Alpha-1-Antitrypsinmangel fragt, ob seine Behandlung auch in Zeiten der Corona-Pandemie weitergeführt werden soll.
    Antwort: Die Substitution sollte auch in COVID-Zeiten fortgeführt werden.
  • Frage: Sollte die Behandlung einer Schlafapnoe während der Corona-Pandemie fortgesetzt werden?
    Antwort: Die Therapie der Schlafapnoe sollte weitergeführt werden.

SCHULE UND KINDERTAGESTÄTTE

  • Frage: Gehören Lehrerinnen und Lehrer mit leichtem Asthma zur Risikogruppe? Können sie wieder unterrichten?
    Antwort: Patienten und Patientinnen mit leichtem Asthma gehören nicht zur Gruppe der Risikopersonen. Die Unterrichtstätigkeit kann wieder aufgenommen werden.
  • Frage: Entsprechend den geltenden Regelungen brauchen Kinder in Kindergärten, Kindertagesstädten etc. keine Masken zu tragen. Wie sollen sich die Erzieherinnen und Erzieher schützen?
    Antwort: Das Tragen von Schutzmasken für die ErzieherInnen hat eine gewisse Schutzwirkung und eine psychologische Wirkung. Kinder übertragen die Infektion seltener als Erwachsene. Stoffmasken müssen jeden Tag gewechselt und vor dem erneuten Gebrauch in der Waschmaschine gewaschen werden. Alternativ kann die Maske mit einem Desinfektionsspray innen und außen behandelt werden, danach 1 Tag trocknen lassen. Der Aufenthalt von Kindern und ErzieherInnen im Freien (als Alternative zu geschlossenen Räumen) ist der beste Schutz und sollte im Sommer möglich sein. Kranke Kinder sollen zu Hause bleiben, Jede Mutter oder jeder Vater solle jeden Tag beim Abliefern des Kindes nach Krankheitssymptomen (Husten, Schnupfen, Fieber, Schmerzen) in der Familie (Wohngemeinschaft) und bei dem Kind gefragt werden.

DIAGNOSTIK

  • Frage: Soll man mit Halsschmerzen ohne weitere Symptome einen SARS-CoV-2-Abstrich machen lassen?
    Antwort: Nein
  • Frage: Welche Aussagekraft hat ein Antikörpertests?
    Antwort: Nach derzeitigem Kenntnisstand zeigt ein serologischer Nachweis von SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpern eine Exposition mit SARS-CoV-2 an, lässt derzeit jedoch noch keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder zum Immunstatus des Patienten zu.

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Geschrieben von Redaktion | Zuletzt bearbeitet am 19.05.2016 08:38